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Kolumne Unsere Woche
Lob für den ersten Schritt

Duisburg. Industrie und Handel versuchen seit einem Jahr, Duisburg wieder nach vorne zu bringen, weil sie höchst unzufrieden waren (und zum Teil noch immer sind) mit dem, was hier seitens der Politik und der Stadtspitze angerichtet wurde und wird. Dass Duisburg dringend einen Rettungsring benötigt, das wissen wir alle.

Eigentlich hätten den die Stadtspitze und die -politik längst werfen müssen. Doch offenbar sind sie dazu alleine nicht im Stande. Die gemeinsame Masterplan-Aktion ist an sich lobenswert. Doch soll sie zu Erfolgen führen, muss sich vor allem die Stadt auf die Wirtschaft zu bewegen. Im Rathaus sind in den vergangenen Jahren etliche Fehlentscheidungen getroffen worden, die zu unserem Dilemma beigetragen haben. Allen voran die Erhöhung der kommunalen Steuern.

Aber auch das halbherzige Bekenntnis zum Logistikstandort ist schädlich. Wer Logistik als Jobmotor fordert, muss die damit verbundenen Belastungen akzeptieren. Und er muss sich auch dazu bekennen, Grundstücke für Gewerbeansiedlungen auszuweisen, die nicht am Ende der Welt, sondern vielleicht in der Nähe von Wohngebieten liegen. Von der Rathausspitze und der -poltik erfordert das viel Rückgrat. Denn Beifall von den Bürgern gibt es dafür nicht unbedingt.

Es bleiben Zweifel, dass sich aus der gut gemeinten konzertierten Aktion die unbedingt nötigen Erfolge einstellen. Viel zu lange wird beispielsweise schon gefordert, der Universität einen größeren Raum zu geben. Wie viele Imagebroschüren haben wir in den vergangenen Jahrzehnten schon in den Händen gehalten und wie viele Lippenbekenntnisse gehört ?! Erfolg kann sich nur einstellen, wenn Stadt und Politik auch unbequeme Wege einschlagen, um der Stadt wirtschaftlichen Erfolg zu bescheren. Und das haben sie gescheut wie der Teufel das Weihwasser.

Die Absage des FOC zum Beispiel war in der Art und Weise, wie sie erfolgte, nur dazu geeignet, Investoren abzuschrecken statt sie anzulocken. Mutig wäre es , das Gelände für das FOC so schnell wie möglich als Gewerbegebiet auszuweisen und vielleicht Duisport zur Vermarktung zu überlassen. Mutig wäre es auch, Gewerbe- und Grundsteuer deutlich zu senken und Einsparungen vorzunehmen. Wir brauchen in Duisburg vor allem mehr Arbeitsplätze, speziell für jene, deren Schul- und Berufsausbildung nicht gerade auf höchstem Niveau sind. Wir brauchen eine wirtschaftfreundlichere Politik im Rathaus. Es ist am Oberbürgermeister, die stärkste Fraktion, seine SPD, davon zu überzeugen.

hildegard.chudobba@rheinische-post.de

Quelle: RP
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