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Duisburg
Logport - eine Erfolgsgeschichte

Duisburg: Logport - eine Erfolgsgeschichte
Flüge in einem Helikopter wurden gestern beim Tag der offenen Tür angeboten. FOTO: Christoph Reichwein
Duisburg. Logport I in Rheinhausen öffnete gestern seine Pforten - und viele Besucher kamen. Sie lernten Interessantes über die rasante Entwicklung des Hafens und konnten sich vor Ort selbst einen Eindruck davon verschaffen. Von Jonas Schlömer

Regen Betrieb sind die Logistik-Experten am Logport I in Rheinhausen gewohnt. Doch was sich gestern auf dem ehemaligen Industriegelände am Rhein abspielte, ließ selbst den erfahrensten Brummifahrer ungläubig aus dem Führerhäuschen blicken. Zu Hunderten reisten die meist aus Duisburg stammenden Gäste an, um sich im Rahmen des Tags der offenen Tür ein Bild von der Arbeit im Herzstück des größten Containerbinnenhafens der Welt zu machen.

Neben den Infoständen und Touren durch die Lagerhallen von Logistikriesen wie Kühne + Nagel wurde den Besuchern auch ein umfangreiches Rahmenprogramm geboten. Während Outdoor-Aktivitäten wie Fußballbillard die meiste Zeit dem Dauerregen zum Opfer fielen, erfreuten sich Bratwurstbuden und Bierstände neben dem großen Zelt großer Beliebtheit. Für die nötige Atmosphäre sorgte die Duisburger Top-Band "Fools Errant" und lieferte gleichzeitig auch den Soundtrack für all die Wagemutigen, die sich einen Flug im bereitgestellten Helikopter zutrauten. Wer sich mit ein wenig bodenständigeren Dingen beschäftigen wollte, konnte sich mit einem der Experten von Duisport über die Erfolgsgeschichte Logport unterhalten.

Seit der Geburtsstunde des Logport I im Jahr 1998 sei die Entwicklung des Logistikzentrums stets bergauf gegangen, sagte Pressesprecher Dr. Julian Böcker. "Der Strukturwandel ist hier sichtbar geworden", betonte er und meinte damit die Vorgeschichte des Geländes, auf dem einst ein Krupp-Hüttenwerk stand.

Der Erfolg, oder vielmehr die erfolgreiche Entwicklung der Idee lässt sich ganz einfach mit einem Blick auf die damals gemachten Prognosen beweisen: Bis 2020 sollte das Areal des Logport I voll erschlossen werden, tatsächlich waren die Kapazitäten des Geländes schon vor ein paar Jahren erschöpft, so groß ist der Nutzen des Logistikzentrums. Kein Wunder also, dass das überaus erfolgreiche Modell des "trimodalen Logistikzentrums" (Schiff, Bahn und Lkw) für die Logports II und III Pate stand; auch der gerade im Bau befindliche Logport IV in Kamp-Lintfort wird nach dem Ursprungsmodell gebaut.

Noch handfester lässt sich die erfolgreiche Entwicklung des Geländes und der Idee mit nackten Zahlen belegen. So werden wöchentlich 360 Züge abgefertigt, 80 Ziele werden direkt von Duisburg aus beliefert, darunter auch China, dank der neuen Zugverbindung. Indikator für die Erfolgsgeschichte Logport ist zudem der namhafte Kreis von Unternehmen, die sich die Vorteile des Logports zunutze machen. Branchenriesen wie DB Schenker haben sich in Rheinhausen niedergelassen, der weltweit operierende Logistikgigant "Kühne + Nagel" hat sein 220 000 Quadratmeter großes Gelände in Duisburg gar zu seinem wichtigsten Standort überhaupt erklärt. Allein auf dem Gelände des Logport I sind 4000 direkte Arbeitsplätze geschaffen worden, 40 000 Arbeitsplätze hängen insgesamt am Hafen - doppelt so viele wie noch Ende der Neunziger.

Doch wie konnte das Konzept "Logport" so schnell so erfolgreich werden? "Da spielen viele Faktoren eine Rolle", erklärte Böcker. "Die Anbindung an die Schiene, die Straße und den Rhein hat eine Rolle gespielt, aber auch die Tatsache, dass innerhalb von nur acht Autostunden Abermillionen von Verbrauchern erreicht werden können."

Das erklärt nicht nur den Erfolg von Logport, sondern auch seinen Ruf als "Verteiler und Drehscheibe" von Waren in Europa und der Welt. Dass die Expertise der Profis von der "führenden Logistikdrehscheibe in Zentraleuropa", wie Böcker den Logport nennt, weltweit gefragt ist, versteht sich von selbst. So lässt sich Evonik ein Terminal nach Duisburger Vorbild errichten, und in Brasilien bauen sie schon seit einigen Jahren auf die Ideen aus Duisburg, die Unternehmen wie Danone oder Hewlett-Packard an den Rhein gelockt haben.

Quelle: RP
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