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Wiederaufnahme des Verfahrens
Loveparade-Hinterbliebene geben 350.000 Unterschriften ab

Gedenken am Unglücksort der Loveparade
Gedenken am Unglücksort der Loveparade FOTO: Elena Wagner
Duisburg, Düsseldorf. Hinterbliebene der Loveparade-Katastrophe habe in einer Internetpetition mehr als 350.000 Unterschriften für eine Wiederaufnahme des Verfahrens gesammelt. Am Montag sollen die Unterschriften in Düsseldorf übergeben werden. 

Genau einen Tag nach dem sechsten Jahrestag des Unglücks sollen die Unterschriften am Montag dem Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf übergeben werden, wie die Opferanwälte der Kanzlei Baum, Reiter & Collegen am Dienstag mitteilten.

Das Duisburger Landgericht hatte Anfang April die Anklage der Staatsanwaltschaft gegen zehn Beschuldigte wegen der Loveparade-Tragödie zurückgewiesen und die Hauptverfahren nicht eröffnet. Dagegen legten Staatsanwaltschaft und Opferanwälte sofortige Beschwerde ein, über die demnächst als letzte Instanz das OLG Düsseldorf entscheiden muss.

Video: Loveparade-Gedenkstätte fertiggestellt FOTO: dpa, Federico Gambarini

Parallel zur Beschwerde von Staatsanwaltschaft und Anwälten gegen die Landgerichtsentscheidung hatten Hinterbliebene die Petition auf der Plattform "change.org" gestartet. Opferanwalt Julius Reiter äußerte sich am Dienstag weiter "hoffnungsvoll, dass das Oberlandesgericht den Beschluss des Landgerichts aus rechtlichen Gründen aufheben und an eine andere Kammer des Landgerichts zurückverweisen wird".

"Auch wenn das OLG selbstverständlich unabhängig und unbeeinflusst entscheiden wird, bringt die Petition die Erwartung der Betroffenen und der Öffentlichkeit an den Rechtsstaat zum Ausdruck", erklärte Reiter.

Fotos: Gedenkfeier zum fünften Jahrestag der Katastrophe FOTO: dpa, mku kno

Bei der Duisburger Loveparade am 24. Juli 2010 waren in einem Gedränge am Zugangsbereich des Veranstaltungsgeländes 21 Menschen getötet und hunderte weitere verletzt worden. Die Staatsanwaltschaft erhob vor zweieinhalb Jahren Anklage gegen insgesamt zehn Mitarbeiter der Stadt Duisburg und des Loveparade-Veranstalters.

Ihre Anklage stützte die Staatsanwaltschaft vor allem auf ein Gutachten des britischen Sachverständigen Keith Still zu dem tödlichen Gedränge. Das Landgericht Duisburg stufte das Gutachten jedoch wegen "schwerwiegender inhaltlicher und methodischer Mängel" als "nicht verwertbar" ein.

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(AFP/skr)
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