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Nacht der 1000 Lichter
Intime Gedenkfeier für Loveparade-Opfer in Duisburg

Loveparade in Duisburg: Gedenkfeier zum Jahrestag soll privater werden
Wie 2015 soll auch in diesem Jahr wieder eine Gedenkfeier für die Opfer der Loveparade-Katastrophe stattfinden. FOTO: dpa, kno
Duisburg. Auch sechs Jahre nach der Loveparade-Katastrophe gibt es in Duisburg eine Gedenkfeier. Diese soll noch privater werden als zuvor. Von Carolin Skiba

Sechs Jahre ist es her, seitdem die Katastrophe der Loveparade das Leben vieler Menschen verändert hat. "Eine lange Zeit, mag der ein oder andere denken, aber verarbeiten konnten die Angehörigen das Ganze noch nicht", sagte Beiratssprecher Jürgen Thiesbonenkamp. Das hänge unter anderem mit der Entscheidung des Duisburger Landgerichts zusammen, die Anklage der Staatsanwaltschaft nicht zuzulassen, sagte er. Diese Situation schaffe eine zusätzliche Belastung für die Trauernden.

Ein Grund mehr, auch in diesem Jahr eine Gedenkfeier stattfinden zu lassen, um an die 21 Menschen zu erinnert, die auf der Techno-Party ihr Leben lassen mussten. Zum ersten Mal wird die Gedenkfeier von der Stiftung "Duisburg 24.7.2010" ausgerichtet, die 2015 ins Leben gerufen wurde. Sie unterstützt Angehörige und Opfer - sei es durch finanzielle Hilfen, durch die Vermittlung eines Therapieplatzes oder andere helfende Maßnahmen. Viele Betroffene bräuchten noch immer Hilfe, sagte Ulrike Stender über die Arbeit der Stiftung. "Wir arbeiten mittlerweile mit einer Firma zusammen, die uns bei der doch sehr schwierigen Vermittlung von Therapieplätzen hilft", sagte sie. Auch eine Selbsthilfegruppe gibt es seit Mai wieder.

Video: Loveparade-Gedenkstätte fertiggestellt FOTO: dpa, Federico Gambarini

In Absprache mit den Hinterbliebenen und Betroffenen werde der Jahrestag dieses Mal etwas anders abgehalten, teilte Thiesbohnenkamp mit. "Es sind nur Nuancen, die verändert werden. Dadurch soll eine noch dichtere Atmosphäre geschaffen werden", sagte der ehemalige Leiter der Kindernothilfe. Am 23. Juli, also am Vorabend des Unglückstages, werden Eltern und Angehörige in der Salvatorkirche zusammenkommen. Diese Veranstaltung ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Am 24. Juli wird es um 16 Uhr zunächst erneut eine gemeinsame, nicht öffentliche Zusammenkunft der Hinterbliebenen am Mahnmal geben. Ab 17.30 Uhr können dann alle hinzukommen, die ebenfalls der Toten gedenken möchten. Die Nacht der 1000 Lichter wird gegen 21 Uhr an diesem Abend stattfinden. Bereits am Donnerstag werden Kacheln mit den Fotos und Namen der Verstorbenen in das Mahnmal integriert.

Zu der abgewiesenen Klage sagte Jürgen Widera, Ansprechpartner für die Betroffenen der Katastrophe, dass man nun abwarten werde, ob das Oberlandesgericht Düsseldorf die Entscheidung des Landgerichts aufheben werde und es doch noch zu einer juristischen Aufarbeitung kommt. Sollte dies nicht der Fall sein, gebe es den Plan, eine unabhängige Jury den Fall begutachten zu lassen.

Fotos: Gedenkfeier zum fünften Jahrestag der Katastrophe FOTO: dpa, mku kno
Quelle: RP
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