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Loveparade-Gedenken
"Nacht der 1000 Lichter"

Nacht der 1000 Lichter: Gedenken an Loveparade-Opfer
Nacht der 1000 Lichter: Gedenken an Loveparade-Opfer FOTO: Christoph Reichwein
Duisburg. 21 junge Menschen ließen vor fünf Jahren bei der Loveparade in Duisburg ihr Leben. Eine friedliche Technoparty endete in einer Massenpanik. Schon am Vorabend des fünften Jahrestags erinnern Hinterbliebene an die Katastrophe und ihre Opfer.

Über eine Betontreppe konnten sich noch viele vor dem tödlichen Gedränge in Sicherheit bringen. Fünf Jahre nach der Loveparade-Katastrophe mit 21 Toten führt sie symbolisch zum Himmel. Zur Gedenkfeier am Donnerstagabend in Duisburg haben Angehörige 21 Blumentöpfe auf die Stufen gestellt - mit gelben Rosen und den Namen der Opfer. Sie hießen Jan, Fenja, Clara, Vanessa, Benedict oder Eike. Stoffhasen lehnen an Grablichtern. Die Lichter flackern still am Ort der Katastrophe bei der "Nacht der 1000 Lichter". Aus Bilderrahmen blicken junge Gesichter: eine hübsche Frau mit Federboa um den Hals, ein Sportler im grünen Handballtrikot, ein Geschäftsmann in Anzug und Krawatte.

Eine neue Gedenktafel spendet Trost in sieben Sprachen - dort heißt es etwa: Love never ends, el amor no acaba nunca, Liebe hört niemals auf. Es sind die sieben Muttersprachen der Menschen, die am 24. Juli 2010 bei der Massenpanik ums Leben gekommen sind. Vor der Gedenktafel umarmen sich Betroffene. Andere tragen schwarze Shirts mit dem Aufdruck "Du lebst in unseren Herzen ewig weiter".

Loveparade in Duisburg: Fünf Jahre nach der Katastrophe FOTO: dpa, rwe fg kno

Bei der "Nacht der 1000 Lichter" haben Opfer und Angehörige der 21 Toten gedacht, am Abend vor dem fünften Jahrestag. Die Wunden sind noch längst nicht verheilt, die Frage nach der Verantwortung für die Tragödie ist weiter offen. Auch Loveparade-Gründer DJ Dr. Motte nahm an der Gedenkveranstaltung der Angehörigen teil. "Ich will einfach für die Betroffenen da sein, die zu Schaden gekommen sind", sagte der Künstler.

Der 24. Juli 2010 sollte für Tausende ein unvergesslicher Tag werden.
Er endete in einer Katastrophe. Eine Rampe zum Veranstaltungsgelände war viel zu eng. Aus einem harmlosen Gedränge wurde eine tödliche Falle, als immer mehr Menschen aufeinanderrückten. Panik brach aus. Am Ende waren 21 Menschenleben zu beklagen. Etwa 500 wurden verletzt, viele von ihnen schwer.

Fotos: Gedenkfeier zum vierten Jahrestag der Katastrophe FOTO: dpa, rwe lof

Fünf Jahre sind seither vergangen. Die Schuldfrage ist noch immer nicht geklärt, das Verfahren dauert an. Zwar hat die Staatsanwaltschaft zehn Mitarbeiter der Stadt Duisburg und des Loveparade-Veranstalters angeklagt. Ob das Landgericht Duisburg jedoch das Hauptverfahren eröffnet, daran zweifeln viele Betroffene.

"Wir können nicht verstehen, dass die Hauptverdächtigen dieser Katastrophe frei spazieren können", sagt der spanische Vater Paco Zapater am Donnerstag. Er verlor bei den Ereignissen zwei Töchter, Gabi Müller ihren Sohn. "Es ist gar nichts geschehen. Ich weiß nicht, wie wir zur Ruhe kommen sollen. Für mich ist das unmenschlich", sagt sie.

Fotos: Staatsanwalt über Anklage in Loveparade-Unglück FOTO: dpa, jps wst

Aber nicht nur die Angehörigen, auch ehemalige Sicherheitsleute leiden. "Ich habe das Gefühl, dass ich die Leute in den Tod geschickt habe", sagt Nicole Ballhause. Als sie zum Einsatz an der Rampe gerufen wurde, lagen drei Tote vor ihr. Diesen Anblick werde sie nie vergessen. Über ihrer linken Brust ist das Datum der Katastrophe eintätowiert: 24.7.2010. "Wenn ich bei Gedenkveranstaltungen die Eltern sehe, fühl' ich mich so schuldig."

(dpa)
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