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Katastrophe in Duisburg
Loveparade-Überlebende kündigen Zusammenarbeit mit Stadt

Fotos: Gedenkfeier zum fünften Jahrestag der Katastrophe
Fotos: Gedenkfeier zum fünften Jahrestag der Katastrophe FOTO: dpa, mku kno
Duisburg. Die Betroffenen-Vertreter der Loveparade kündigen die Zusammenarbeit mit der Stadt Duisburg auf. Das bestätigte Opferverband-Vertreter Jörg Teich im Gespräch mit unserer Redaktion. "Die Betroffenen werden als Opfer vierter Klasse behandelt. Da machen wir nicht mehr mit", sagt Teich. Von Urs Lamm

Die Betroffenen-Vertreter der Loveparade-Katastrophe Jörg Teich und Dirk Schales haben sich aus dem Beirat der "Stiftung Duisburg 24.07.2010" zurückgezogen. Ausschlaggebend ist nach Angaben von  Jörg Teich ein gestörtes Vertrauensverhältnis. "Stiftung und Stadt bevorzugen die Hinterbliebenen. Vereinbarungen wurden zudem nicht eingehalten", sagt Teich.

Die Stiftung war fünf Jahre nach der Loveparade-Katastrophe gegründet worden. Zum einen, um die Hinterbliebenen der 21 Todesopfer zu unterstützen. Zum anderen, um Überlebenden zu helfen. Dazu zählen Verletzte als auch Augenzeugen, die bis heute noch psychisch unter den Folgen des Unglücks zu leiden haben.

Die Betroffenen fühlen sich nach Angaben von Teich nicht richtig ernst genommen. "Wir werden als Opfer vierter Klasse behandelt. Die ganze Aufmerksamkeit gilt vor allem den Hinterbliebenen der Todesopfer. Dann kommen Politiker und Hilfsorganisationen. Und dann kommen irgendwann wir", sagt Teich.

"Aufgabe der "Stiftung Duisburg 24.7.2016" ist es in erster Linie, die Unterstützung und Beratung von Hinterbliebenen und Betroffenen sowie die Pflege der Gedenkstätte und die Organisation der jährlichen Gedenkfeier für die Zukunft zu sichern. Selbstverständlich wird sich die Stiftung auch nach dem Ausscheiden aus dem Beirat von Jörg Teich und Dirk Schales um die Belange der Hinterbliebenen und der Betroffenen kümmern, auch werden die Betroffenen natürlich weiterhin im Beirat vertreten sein", teilte die Stadt mit.

Bei dem Techno-Festival in Duisburg war es am 24. Juli 2010 zu einer Massenpanik in einem Tunnel und einem Aufgang zum Veranstaltungsgelände gekommen. 21 Menschen kamen ums Leben, mehr als 500 erlitten Verletzungen. Das Oberlandesgericht Düsseldorf muss demnächst über die mögliche Eröffnung eines Strafprozesses in dem Fall entscheiden.

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