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Duisburg
Mal schwelgerisch, mal nüchtern

Duisburg. Zwei interessante Künstler aus der Düsseldorfer Kunstszene kann man in der Ausstellung "Sicherer Ort" kennenlernen, die heute um 19 Uhr in der cubus-Kunsthalle eröffnet wird. Petra Lemmerz und Andreas Schön heißen sie. Mit dem "sicheren Ort", von dem im Titel die Rede ist, ist das 340 Quadratmeter große Atelier in Düsseldorf-Bilk gemeint, das sich die Künstler teilen. Das sei eine "funktionierende Ateliergemeinschaft". Als Duo mit verwandter Bildsprache sehen sich Petra Lemmerz und Andreas Schön jedoch nicht. Die beiden arbeiten sehr verschieden, obwohl man natürlich immer nach Gemeinsamkeiten suchen könnte. Petra Lemmerz schwelgt und experimentiert mit Farben. Ihre künstlerische Arbeit versteht sie wie ein Alchemist vergangenen Zeiten. "Ich schöpfe aus dem Chaos", sagt sie. Sie mischt die Farben, verdünnt sie mit Alkohol oder Spiritus, malt Linien und Farbflächen, lässt kontrolliert den Zufall walten. Auf diese Weise entstehen Gemälde, die den Betrachter in den Bann ziehen, ihn dazu verleiten, Erinnerungsbilder im Geiste abzurufen.

Andreas Schön malt Bilder, die man auf den ersten Blick in die Kategorie der Landschaftsmalerei einordnen möchten, die sich aber durch eine eigentümliche Nüchternheit auszeichnen. Der Künstler selber spricht auch nicht von "Landschaft", sondern von "Gelände". Alle Bilder erscheinen in einem eigentümlich fahlen Licht. Das "Gelände" ist hügelig, schattenlos und wirkt trocken. Dass man an heiße Sommer in Italien und Sizilien denkt, ist durchaus gewollt. Menschen oder Tiere sieht man nicht. Die Landschaft ist offen für eine Belebung. Und genau das macht das Besondere der Kunst von Andreas Schön aus (bis 4. Dezember. Info unter www.cubus-kunsthalle.de).

(pk)
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