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Duisburg
Malerei in Schichten

Duisburg: Malerei in Schichten
Ted Green (links) und Florian Rausch mit den farbenfrohen Werken am Weidenweg. FOTO: Christoph Reichwein
Duisburg. Die Düsseldorfer Maler Ted Green und Florian Fausch zeigen ab heute Abend Bilder voller Farben und Formen im Duisburger Kunstverein am Weidenweg 10. Für die Schau schufen sie erstmals eine Gemeinschaftsarbeit. Von Olaf Reifegerste

Ab heute Abend präsentiert der Kunstverein am Weidenweg eine neue Ausstellung. Dann zeigen die Düsseldorfer Maler Ted Green und Florian Fausch Bilder voller Farben und Formen in einer erstmalig und eigens für Duisburg geschaffenen Gemeinschaftsarbeit. "Viscous" haben die Düsseldorfer Maler Ted Green, geboren 1963 in der Nähe von Los Angelos, und Florian Fausch, geboren 1961 in Zürich, ihre vom 19. August bis 11. September im Kunstverein Duisburg aus 34 Werken bestehende Ausstellung genannt. Der aus der Chemie und Physik stammende Begriff heißt ins Deutsche übersetzt so viel wie dickflüssig, zähflüssig, schwerflüssig. Die Viskosität ist ein Maß für die Zähflüssigkeit eines Fluids. Der Kehrwert der Viskosität ist die Fluidität, als Maß für dessen Fließfähigkeit. Bezogen auf die Malerei heißt das, dass Farben unterschiedlich flüssig (viskos) sind und ihre Fließeigenschaften und Reaktionen unter Druck verschiedene Möglichkeiten künstlerischer Gestaltung bieten. Durch Verwendung von Lösungsmitteln und Farbpigmenten kann man die Viskosität der Farben gezielt beeinflussen. Nach diesem Muster entstehen die meisten Arbeiten der beiden Künstler. "Ted Green begreift seine Malerei als Überlagerung flacher Ebenen, die wie Vorhänge verschiedener Realitäten arbeiten", schreibt Ausstellungskuratorin Jannine Koch zu seinen Bildern. "Den einzigen Verweis auf eine konkrete Wirklichkeit liefert das symmetrische Prinzip, welches sich wie ein Leitmotiv durch all seine Arbeiten zieht." Wegen ihrer Dreidimensionalität, sprich der "physikalischen Tiefe", nennt er diese gerne auch "malerische Installationen". Dabei arbeitet er vorwiegend mit Öl und Sprühlack auf Papier.

"Florian Fauschs Prinzip der Collage", so Koch weiter, "hat seinen Ursprung in der urbanen Architektur. In den letzten Jahren verschwimmt allerdings der konkrete Bezug zum Außen zugunsten einer Abstraktion und malerischen Belebung der Fläche." Eine Besonderheit seiner Arbeiten liege in der Verwendung der Kombination von Öl und Schellack. Damit würde er vielschichtige, malerische Ebenen erschaffen, die zwischen Realität und Fiktion changieren, meint die Kuratorin. Und Fausch sagt dazu: "Meine früheren Arbeiten waren sehr gegenständlich. Doch mehr und mehr habe ich jetzt die Farbe und die Gegenstände aus meinen Bildern herausgenommen." Beide Künstler haben an der Düsseldorfer Kunstakademie studiert: Green von 1991 bis 1997, davon ein Jahr lang als Masterclass-Student bei Markus Lüpertz, Fausch von 2001 bis 2008. Seit 2014 betreiben sie zusammen mit weiteren sieben Künstlern eine Ateliergemeinschaft am Oberbilker Markt in Düsseldorf.

Der Eigentümer dieser Immobilie wie auch der des Kunstvereins am Weidenweg ist derselbe. Somit war einerseits der Grundstein gelegt, einen Kunst-Bogen zwischen Düsseldorf und Duisburg zu spannen und andererseits, dass die beiden Künstler eigens für die Schau hier erstmalig eine Gemeinschaftsarbeit entwickelten. Die Vernissage ist heute, um 19 Uhr (Weidenweg 10, 47059 Duisburg). Es begrüßt Herbert Gorba als Vorsitzender des Kunstvereins, während die Einführung die Kuratorin Jannine Koch übernimmt. Geöffnet ist die Ausstellung jeweils freitags bis samstags von 17 bis 20 Uhr, sonntags von 14 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung. Der Eintritt ist frei.

Als Finissage findet am Sonntag, 11. September ab 10 Uhr im Rahmen des mittlerweile beliebten "Frühstückssalons" ein Künstlergespräch mit Green und Fausch an Ort und Stelle statt.

Quelle: RP
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