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Duisburg
Marcus Strümpe souverän beim Orgelfestival Ruhr

Duisburg: Marcus Strümpe souverän beim Orgelfestival Ruhr
Salvatorkantor Marcus Strümpe. FOTO: rp-bildarchiv
Duisburg. Seit zehn Jahren gibt es das Orgelfestival Ruhr - Klangraum Europa", seit 15 Jahren die Kuhn-Orgel der Duisburger Salvatorkirche. Nun war in diesem Rahmen wieder Salvator-Kantor Marcus Strümpe an der Reihe.

Es begann mit den Partite diverse sopra "Sei gegrüßet, Jesu gütig" BWV 768, dem umfangreichsten und anspruchsvollsten Orgelwerk von Johann Sebastian Bach, an dem der Komponist mehrere Jahrzehnte arbeitete. Strümpe spielte die komplexen, aber durch die prägnante Choralmelodie gut zu verfolgenden Variationen souverän, aber nicht immer deutlich, auch durch ein oft flüchtiges Tempo. Klarer war das Bild dann bei der "Ensalada" von Sebastián Aguilera de Heredia (1561-1627), einem sechsminütigen "Salat" aus den damals in Spanien üblichen Kompositionstechniken. Ergreifend dann das Präludium über Bachs "Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen" von Franz Liszt - nicht in der bekannten Orgelfassung mit Fuge, sondern als das Klavierpräludium in der hörenswerten Bearbeitung für Orgel von Liszts Zeitgenossen Alexander Winterberger. Am Ende steht zweimal "Donner" - hier interpretiert als tiefe Klangballung, entsprechend der überlieferten Beschreibung einer Orgelimprovisation Liszts in Fribourg.

Aus Noten, die der tschechische Komponist Petr Eben (1929-2007) noch für Strümpe signiert hatte, spielte der Organist dessen ausgelassene "Walpurgisnacht" aus "Faust", sie endet mit dem ratlosen Luther-Choral "Aus tiefer Not schrei ich zu dir". Zur Erholung gab es in der Salvatorkirche das stille "Wine of peace" von dem maltesischen Meister Charles Camilleri (1931-2009), das Strümpe dort auch gelegentlich im Gottesdienst zum Abendmahl einlegt. Zum 100. Geburtstag der Republik Finnland in diesem Jahr kam als eindrucksvoller Abschluss die "Finlandia" op. 26 von Jean Sibelius in einer machtvollen Bearbeitung für Orgel von Herbert Fricker.

Das Publikum war sehr zufrieden und freute sich über die Zugabe, den pfiffigen "Popular Song" von William Walton. Charlie Chaplin ließ grüßen.

(hod)
 
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