| 16.32 Uhr
Duisburg
Marxloh lebt türkisch
Duisburg: Einweihung der größten Moschee Deutschlands
Duisburg: Einweihung der größten Moschee Deutschlands FOTO: ddp
Duisburg. Proteste gegen die Moschee hat es in Marxloh nicht gegeben. Die Gründe dafür sind offensichtlich und zeigen sich schon bei einem Spaziergang über die Weseler Straße. Von Katharina Schmülling

Integration ist manchmal doch ganz einfach. „Dönermann“ ist der türkisch(das Fleischgericht)-deutsche Name der Imbissbude an der Weseler Straße.

Wer die Autobahn 59 an der Ausfahrt Marxloh verlässt, kommt direkt dort hin. Die einstige B8 ist inzwischen bis nach Belgien und Holland für die große Auswahl an türkischen Brautgeschäften bekannt. 17 an der Zahl sind es rund um die Weseler Straße im Zentrum von Marxloh. Die Schaufenster sind nicht etwa von der Farbe weiß dominiert: Das Warenangebot ist ganz auf den Geschmack türkischer Hochzeitspaare abgestimmt. Knallige Farben wie rot, lila, gelb oder apricot sind echte Hingucker in den Auslagen. Die Brautkleider bestechen durch viel Stoff, Glitzer und Perlenstickereien.

Marxloh – das sind nicht nur die zahlreichen türkischen Brautgeschäfte. Auch anderswo dominiert das türkische Flair. Wer einmal gemütlich über die Weseler Straße spaziert, bekommt einen Eindruck davon, wie das Leben in Marxloh ist: Im Zeitungsständer am Kiosk steckt neben der Bild-Zeitung und der Rheinischen Post auch die türkische Zeitung „Hürriyet“. Natürlich gibt es Aldi und Plus – aber eben auch den türkischen Aydin-Supermarkt. Türkisch kann man in Marxloh sogar riechen und hören: Es liegt ein spezieller Geruch in der Luft, der an Döner und orientalische Gewürze erinnert. Und aus manch offener Tür der Ladenlokale dringt leise türkische Musik.

Marxloh ist zweisprachig

„Tadilat nedemiyle Kapaliyiz“ steht an einem leeren Ladenlokal, darunter in deutscher Sprache: „Wegen Renovierungsarbeiten vorübergehend geschlossen“. Marxloh ist zweisprachig. Auf den Straßen rund um die Geschäfte sind viele Menschen unterwegs: Frauen mit Kopftüchern und mit Tüten bepackt in Gruppen mit ihren Männern und Kindern im Kinderwagen. Deutsche fallen auf. In den Teestuben sitzen türkische Männer, klönen oder spielen Karten. So auch im Gasthaus „Zum Dialog“. Alles nur Klischees? Sicher gucke man bei einem Gang durch Marxloh auch ein wenig selektiert, meint Hartmut Eicholz vom Stadtteilbüro Marxloh. Leicht übersieht man zum Beispiel die 75-jährige Berta Krieser, die zum Einkaufen unterwegs ist, zum türkischen Supermarkt, denn „obwohl ich mich manchmal etwas komisch in Marxloh fühle, gehe ich dort gern einkaufen“, sagt sie.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung.
Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.


Melden Sie diesen Kommentar