| 18.17 Uhr

Bluttat in Duisburg-Marxloh
Mordkommission fahndet unter Hochdruck

Toter und Verletzte bei Schüssen in Duisburg
Toter und Verletzte bei Schüssen in Duisburg FOTO: Christoph Reichwein
Duisburg. Nach der tödlichen Schießerei in Duisburg konzentrieren sich die Ermittlungen der Polizei unter anderem auf das Familienumfeld des getöteten Mannes (29) und der durch einen Bauchschuss schwer verletzten Frau (42). Im Fokus der Ermittler steht möglicherweise auch ein Sohn der Frau. Von Christoph Reichwein und Christian Schwerdtfeger

Die Polizei wollte das aber nicht kommentieren. Eine Festnahme in dem Fall gab es bis Montagabend noch nicht. "Die Fahndung nach dem oder den Tätern läuft unter Hochdruck", erklärte ein Polizeisprecher. Der eingesetzten Mordkommission liegen nach Informationen unserer Redaktion bereits zahlreiche Erkenntnisse über die Bluttat vor. Aus ermittlungstaktischen Gründen können sich die Fahnder aber noch nicht weiter über den Fall äußern.

Der Tote wurde am Sonntag in einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus in Duisburg-Marxloh gefunden. Die verletzte Frau saß blutend vor dem Haus. Sie wurde notoperiert. Ihr Zustand sei kritisch, aber stabil, hieß es. Am Montag stellte sich heraus, dass sie doch nicht schwanger ist. Unklar ist nach wie vor, in welchem Verhältnis der Getötete und die verletzte Frau standen.

Zeugen wollen gesehen haben, wie zwei Personen nach der Bluttat aus dem Haus gerannt kamen, unter ihnen soll angeblich auch ein minderjähriger Sohn der Verletzten gewesen sein. Eine sofort eingeleitete Großfahndung nach den Tätern war erfolglos geblieben. Die Ermittler setzten dabei rund 20 Streifenwagen und einen Hubschrauber ein.

Aus dem Umfeld der Frau war zu erfahren, dass sie insgesamt acht Kinder haben soll. Eine Tochter soll in Syrien oder dem Irak gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" kämpfen. Ihre Mutter soll erst einen Tag vor der Bluttat aus der von den Kurden dominierten Stadt Batman in der Türkei nach Duisburg zurückgekehrt sein.