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Duisburg
Mattlerbusch Teil der Freizeitgesellschaft

Duisburg. Ende vergangener Woche hat die Verbandsversammlung des Regionalverbandes Ruhr (RVR) die Gründung einer "Freizeitgesellschaft Metropole Ruhr" beschlossen. In ihr eingebracht werden die Revierparks Gysenberg, Mattlerbusch, Nienhausen, Vonderort sowie das Freizeitzentrum Kemnade. (Dortmund und Herne machen nicht mit.) Diese Anlagen verbindet nicht nur Sport und Grün, sondern vor allem die Tatsache, dass ihr Unterhalt sehr teuer ist und fast überall in vergleichbarer Größe Investitionstau besteht.

Bei den Revierparks teilen sich die jeweiligen Kommunen und der RVR meist hälftig die Kosten, im Fall vom Mattlerbusch bedeutet dies mehr als 500.000 Euro jährlicher Zuschuss. Ende der 70er Jahre angelegt, war dieser Park vor allem dazu gedacht, in den industriellen Stadtnorden mehr Freizeitqualität zu bringen. Erreicht werden sollte dies unter anderem durch ein großes Wellenbad - damals der Hit, heute nur noch teuer. Durch den Ausbau des Badbereichs zur Niederrhein-Therme hat sich der Revierpark längst dem Trend zu Tagesurlaub daheim geöffnet. Das Solebad und die weitläufige Saunalandschaft ziehen auch Besucher an, die vom Niederrhein oder aus dem Düsseldorfer Raum kommen. Auch wenn die Bäder gut besucht sind, reichen die Einnahmen nicht aus, um von den roten Zahlen wegzukommen, Denn die Pflege und der Unterhalt, auch die der weitläufigen Parkanlagen, schlagen mächtig zu Buche. Eine Kommerzialisierung der Anlagen kommt für die Lokalpolitiker im Einzugbereich des RVR nicht infrage. So stieß im Duisburger Rat der Vorschlag von Josef Wörmann (CDU), das Gelände am äußersten Parkrand an Bauwillige zu verkaufen, auf keine Gegenliebe.

Die Freizeitgesellschaft Metropole Ruhr ist nun der kleinste gemeinsame Nenner, auf den sich die beteiligten Kommunen auf dem Weg zur Sanierung der Revierparks zunächst einigen konnten. Gemeinsam soll nun überlegt werden, wie die Revierparklandschaft strukturell verändert werden kann und welche Mittel und Wege es gibt, die finanziellen Belastungen für den RVR und die beteiligen Städte möglichst gering zu halten, ohne den Besuchern etwas wegzunehmen.

Der Zusammenschluss geht mit der Absicht einher, das in den Revierparks beschäftigte Personal zu behalten und Kündigung zu vermeiden. Durch die Bündelung in der neuen Gesellschaft erhoffen sich die Betreiber Einsparungen durch Synergieeffekte, wie es in solchen Fällen immer heißt, und eine Attraktivätssteigerung unter anderem durch gemeinsame Vermarktungskampagnen und koordiniertere Angebote.

In dem Verwaltungsrat der neuen Gesellschaft werden die beteiligten Kommunen vertreten sein und behalten somit Einflussmöglichkeiten auf die dort entstehenden Entscheidungen.

(hch)
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