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Duisburg
Mehr Wertschätzung für Erzeugnisse

Duisburg: Mehr Wertschätzung für Erzeugnisse
Auf dem Hof von Landwirt Blomenkamp schaute sich die CDU-Mittelstandsvereinigung nicht nur die Waren im Hofladen an, sondern sie diskutierten mit dem Vorsitzenden des Umweltausschusses in Berlin auch über Discounter, Kaufverhalten und "grüne" Ideologien. FOTO: Christoph Reichwein
Duisburg. Die Mittelstandsvereinigung der CDU im Duisburger Süden diskutierte über Landwirtschaft und Umweltschutz mit dem Ausschussvorsitzenden der CDU-Bundestagsfraktion. Von Volker Poley

Hohen Besuch hatte der Sermer Landwirt Hermann Blomenkamp am Wochenende. Im Rahmen der zweiten Auflage des neu etablierten "Mittelstand-Tisches" der Süd- CDU hatte Bundestagsabgeordneter und Duisburger Parteichef Thomas Mahlberg, der in Berlin Mitglied des Ausschusses für Landwirtschaft und Ernährung ist, seinen Ausschussvorsitzenden Alois Gerig (CDU) als Gastreferent in den Duisburger Süden eingeladen. Der baden-württembergische Politiker, der für den rein ländlich geprägten Wahlkreis Odenwald-Tauber im Bundestag sitzt, zeigte sich schon ein wenig erstaunt, dass im von der Industrie geprägten Ruhrgebiet auch die Landwirtschaft eine wichtige Rolle spielt.

Während Bauer Blomenkamp dem Gast aus Berlin seinen Hof präsentierte, hatte Benno Lensdorf von der Duisburg CDU-Mittelstandsvereinigung und Ex-Bürgermeister einige Zahlen parat: "In Duisburg gibt es fünfundvierzig landwirtschaftliche Betriebe, allein im Süden sind es 13." Die Hof-Führung unterstützten auch Blomenkamps Töchter Lisa und Anna, die beide in Bonn Agrarwirtschaft studieren (Hermann Blomenkamp: "Ich kann hier nichts mehr unkontrolliert tun."). Gerig nahm erfreut zur Kenntnis, dass auf dem Blomenkamp-Hof, anders als vielerorts, die Nachfolge längst geklärt ist. Tochter Lisa wird den Hof übernehmen, wenn Vater Hermann "auf's Altenteil geschickt" wird.

Dass das Thema Landwirtschaft durchaus ankommt, zeigte die gut besuchte Informationsveranstaltung im Sermer Landgasthof Schenke, die im Anschluss an die Hofbegehung stattfand. Alois Gerig berichtete von den Problemen der Landwirtschaft, erwähnte in dem Zusammenhang die oftmals "rein ideologisch" geprägte Sicht vornehmlich der "Grünen" und forderte "mehr Wertschätzung" für die in Deutschland produzierten landwirtschaftlichen Erzeugnisse; "Lebensmittel 'Made in Germany` haben einen hohen Standard. Das müssen wir in die Köpfe der Verbraucher kriegen." Gerig bemängelte die Preispolitik der Discounter und Lebensmittel-Ketten, die ihre marktbeherrschende Position gegenüber den landwirtschaftlichen Erzeugern rigoros ausnützen: "Da herrscht keine Waffengleichheit."

Besonders für die in diesem Zusammenhang arg gebeutelte Milchwirtschaft sei es dringend erforderlich, eine "einheitliche Vermarktungsplattform" zu schaffen. Ein großes Problem sei zudem das politisch gewollte "überbordende Kontrollsystem", mit dem die Betriebe konfrontiert werden. Gerig fordert nicht nur in dem Zusammenhang eine "Politik mit Augenmaß". In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass das Thema Ernährung mittlerweile einen hohen Stellenwert hat. Man war sich einig, dass die Verbraucher durch ihr Kaufverhalten schon Einfluss auf den Handel nehmen können. Frische und regionale Produkte liegen derzeit durchaus im Trend, und auch das Kochen und das gemeinsame Essen erreiche langsam wieder den Stellenwert, den es verdient, nachdem dieses Stück Lebensqualität "eine ganze Generation lang" vernachlässigt wurde, wie eine Diskussionsteilnehmerin anmerkte.

Quelle: RP
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