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Duisburg
Meister an Trompete und Orgel

Duisburg. Das zehnte Düsseldorfer Orgelfestival IDO brachte in die Duisburger Salvatorkirche zwei Weltklassemusiker: Folkwang-Professorin Laura Vukobratovic (Trompete) und Domorganist Sebastian Küchler-Blessing. Von Ingo Hoddick

In Duisburg sind die Kultur-Kassen bekanntlich klamm vor allem in der Kirchenmusik. Kooperationen helfen allen Seiten und führen außerdem zu frischem Wind. In dieser Art gab es jetzt ein löbliches Beispiel. Das zehnte Düsseldorfer Orgelfestival IDO brachte in die gut gefüllte Duisburger Salvatorkirche zwei junge Weltklassemusiker aus Essen, nämlich die Folkwang-Trompeten-Professorin Laura Vukobratovic und Deutschlands jüngsten Domorganisten Sebastian Küchler-Blessing. Klar, die beliebte Besetzung "Trompete und Orgel" zieht immer. Hier war es aber wirklich ein ebenso tiefgründiges wie mitreißendes Konzert.

Und klar, den roten Faden bildeten wie üblich barocke Kracher, in diesem Fall ein Konzert D-Dur von Georg Philipp Telemann, eine Sonate B-Dur von Jean-Baptiste Loeillet de Gant und eine Sonate G-Dur von Giovanni Torelli. Sie wurden hier nicht nur heruntergespielt wie sonst so oft bei solchen Konzerten, denn wir hatten es mit zwei stilbewussten Künstlern zu tun. Noch spannender war freilich das, was dazwischen kam, vor allem die Solobeiträge. Die Trompeterin stellte die nachdenklichen "Paths" (1992) von Toru Takemitsu (1900-1996) in die Vierung, abwechselnd mit Dämpfer und offen. Zwischenbeifall bekam auch der 1987 geborene Organist für seine Improvisation über zwei gegebene Themen. Wie gewünscht, gab ihm Salvatorkantor Marcus Strümpe diese tatsächlich erst unmittelbar zuvor. Es waren die gleichen, über die Felix Mendelssohn 1840 in der Leipziger Thomaskirche improvisierte, nämlich zum einen die Tonbuchstaben B-A-C-H und zum anderen der Choral "O Haupt voll Blut und Wunden". Küchler-Blessing erwies sich mit seiner kraftvollen Fantasie im hochromantischen Stil als erstklassiger Improvisator.

Gut wirkten auch die beiden barocken Orgelwerke, die der Essener Domorganist beitrug, nämlich die Ciacona d-Moll T. 204 von Johann Pachelbel und noch mehr die flammende Toccata d-Moll BuxWV 155 von Dietrich Buxtehude. Wie eine Synthese aus all dem wirkten zwei der "Fenster (nach Marc Chagall)" für Trompete und Orgel von dem tschechischen Meister Per Eben (1929-2007), nämlich das flirrende "Blaue Fenster" und das strahlende "Goldene Fenster".

Laura Vukobratovic und Sebastian Küchler-Blessing spielten das alles lebhaft und zielstrebig, in den Details eher großzügig. Natürlich gab es auch eine Zugabe, es wurde das beliebte "Trumpet Voluntary" von Jeremiah Clarke.

Quelle: RP
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