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Duisburg
Meisterwerk unter 3432 Gläsern

Duisburg. Die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf/Duisburg übernimmt am Samstag, 17. Oktober, ihre erfolgreiche Produktion des heiteren Meisterwerks "Der Liebestrank" von Gaetano Donizetti in ihr Duisburger Haus. Von Ingo Hoddick

Ganze zwei Wochen brauchte Gaetano Donizetti 1832, um sein heiteres Meisterwerk "L'elisir d'amore" ("Der Liebestrank") zu komponieren. Das tat er freiwillig - man hatte ihm angeboten, für einen Auftrag eine seiner früheren Opern zu überarbeiten, er wollte aber sich und der Welt beweisen, dass er diese Aufgabe in diesem kurzen Zeitraum schaffen konnte. Dabei half sicher auch der vorzügliche Text von dem damals besten Librettisten der italienischen Oper, Felice Romani.

Kurz zur Handlung: Der junge Nemorino ist seit langem in Adina verliebt, die jedoch unerreichbar scheint. Als die Gefahr droht, dass sie den eitlen Offizier Belcore heiraten könnte, gibt Nemorino sein ganzes Vermögen für einen angeblichen Liebestrank des Quacksalbers Dulcamara aus, der ihm endlich den ersehnten Erfolg bringen soll. Nach vielen Verwirrungen findet das Paar schließlich tatsächlich zusammen, der arme Nemorino kommt wieder zu Geld - und niemand hat gemerkt, dass in der Flasche mit dem Liebestrank nur Wein war.

Am morgigen Samstag, 17. Oktober, um 19.30 Uhr, übernimmt die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf/Duisburg ihre erfolgreiche Produktion in ihr Duisburger Haus. Der in Andorra geborene Regisseur Joan Anton Rechi, hier bereits bewährt durch seine Inszenierung der Operette "Die Csárdásfürstin" von Emmerich Kálmán (die RP berichtete), fasst Donizettis "Liebestrank" als eine Art mediterranen "Sommernachstraum" auf, wobei Dulcamara eine ähnliche Rolle spielt wie Puck bei Shakespeare. Rechi verlegte die Handlung auf eine südliche Hochzeit, die Adina für ihre beste Freundin Giannetta ausrichtet und bei der Nemorino kellnert. Der Himmel hängt hier voller Gläser, genau genommen sind es 3432 Kunststoff-Exemplare, die mal Glöckchen sind, mal Tränen, Champagnerpokale oder Lichtmedien.

Bei der Duisburger Übernahmepremiere gibt es zwei interessante Rollendebüts von jungen, neuen Ensemblemitgliedern der Rheinoper: als Adina die rumänische Sopranistin Luiza Fatyol und als Nemorino der russische Tenor Georgy Vasiliev.

Für die erforderliche Mischung aus Witz und Tiefgründigkeit stehen aber auch die drei anderen Solisten: als Belcore der litauische Bariton Laimonas Pautienius, als Dulcamara der Schweizer Bassbariton Bruno Balmelli und als Giannetta die georgische Sopranistin Anna Tsartsidze. Dazu kommen der Chor der Rheinoper und die Duisburger Philharmoniker. Es dirigiert der ebenso temperamentvolle wie detailbewusste neue Rheinopern-Kapellmeister Giuliano Betta.

Eine halbe Stunde vor Beginn der Aufführung bietet die Rheinoper eine kostenlose Einführung im Opernfoyer an. Karteninformationen im Servicebüro des Theaters an der Neckarstraße 1,Tel. 0203/ 283 62 100 oder unter Tel. 0203 / 940 77 77. Es gibt noch Karten an der Abendkasse.

Quelle: RP
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