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Duisburg
"Mensch ärgere Dich nicht" mit Pep

Duisburg: "Mensch ärgere Dich nicht" mit Pep
Boris Roskothen hat die meisten Spiele, die er am Sonnenwall verkauft, selber ausprobiert und weiß darum genau, was er den Kunden empfehlen kann. FOTO: Christoph Reichwein (crei)
Duisburg. Bei "Roskothen" auf dem Sonnenwall herrscht vor allem an den Wochenenden vor Weihnachten Hochbetrieb. Denn Gesellschaftsspiele liegen offenbar nach wie vor bei vielen Familien unterm Tannenbaum. Von Hildegard Chudobba

Die Weihnachtsgans ist gegessen, der Rotwein getrunken - da lässt sich der Umstand, dass die ganze Familie am Tisch sitzt, gut zu einem gemeinsamen Spieleabend nutzen. Wer gute Ratschläge und Spiele haben will, der kommt um "Roskothen" nicht herum. Das Spielwarengeschäft mit Tradition auf dem Sonnenwall ist eine sichere Adresse, und Inhaber Boris Roskothen und seine Kolleginnen, wissen, was sie empfehlen können.

In den Regalen des Geschäftes steht kein Schund. Da ist Roskothen kompromisslos, auch wenn mancher Kunde weggeschickt werden muss. FOTO: Christoph Reichwein (crei)

Für Familien mit jüngeren Kindern

Die Engelchen aus dem Erzgebirge hat Roskothen schon seit Jahrzehnten im Angebot. Obwohl nicht ganz preiswert, gibt es in Duisburg dafür genug Käufer. FOTO: Christoph Reichwein

Wie wäre es mit dem klassischen "Mensch ärgere Dich nicht" - aber in der aufgepeppten Version? Für unter sieben Euro gibt es ein Kartenspiel mit Anweisungen, was man außer Würfeln und Setzen noch machen muss. Das eigentlich reine Glücksspiel wird dadurch strategisch.

Vergleichsweise neu auf dem Markt und absolut familientauglich: "Piratenabenteuer". Da werden Schiffe gekapert und wieder freigeschleppt, durch das Meer gesteuert und im sicheren Hafen angedockt. Knapp 20 Euro kostet dieses Seeabenteuer. Etwas preiswerter ist "Es war einmal". In diesem Kartenspiel werden Märchengeschichten erzählt - und wegen der Anweisungen auf den Karten kann sich durchaus die schöne Prinzessin plötzlich als Zicke erweisen oder der getötete König wiederbelebt werden. Mit Fantasie bestimmt jeder Spieler reihum, in welche Richtung er die Geschichte lenkt.

Ebenfalls für den Familienspieleabend geeignet: "Concept", knapp 30 Euro teuer. Bei diesem Frage-Antwort-Spiel wird nicht viel geredet, aber mit Kreativität gearbeitet. Vor den Spielern liegen Piktogramme, mit denen sie Begriffe erklären müssen, die ihnen auf Karten vorgegeben werden. Und das ist gar nicht so einfach, wie es klingt.

Für Design-Verliebte

"Samsara" sieht einfach schön aus. Auf einer dünnen Holzplatte mit Einbuchtungen werden Glaskugeln bewegt, und zwar so lange, bis einer der beiden Spieler das Ziel erreicht und dabei möglicherweise sein Gegenüber mattgesetzt hat. Mit 48 Euro ist dieses Spiel etwas teurer als "Quint-X" (29 Euro), das gleichsam durch die Optik überzeugt. Bei beiden Spielen geht es um Taktik und die richtige Strategie.

Für Fantasy-Fans

Wer glaubt, dass dieses Genre nur für Computer-Spieler geeignet ist, der wird bei "Roskothen" eines Besseren belehrt. Eine ganze Kollektion von Fantasy-Spielen aus der Reihe "Zombie" (jeweils rund 70 Euro) steht in den Regalen. "Ein junger Kunde, den ich beraten habe, war ganz überrascht, dass man dabei nicht einem virtuellen Gegner gegenübersitzt, sondern einem aus Fleisch und Blut", erzählt Boris Roskothen. An Spannung kämen diese Brettspiele durchaus an die für den Computer heran.

Technik-Fans gefällt vermutlich auch "Alchemisten" (knapp 40 Euro), schon allein, weil sich hier die Spieleanleitung mit dem Handy herunterladen lässt. Wie bei vielen anderen Spiel gilt auch hier, dass die Spieler gemeinsam ein Ziel verfolgen. "Kooperative Spiele", so Boris Roskothen "haben den Vorteil, dass entweder alle gewinnen oder verlieren."

Wie für Duisburg gemacht

Da denkt man doch sofort an die Mafia, die hier mal so blutig ihr Unwesen getrieben hat: "Omerta" ist, wie es klingt: ein Ganovenspiel, in dem jeder damit beschäftigt ist, seine Mitspieler auszuschalten. Verrat, Ehre, Schmuggel, Raub - Zocker werden hier viel Spaß haben (18 Euro).

Roskothens Favorit

Und was spielt Boris Roskothen derzeit am liebsten? "Schwierige Frage, aber einer meiner Favoriten ist ,Die Legende von Andor'". Ein Rollen-Brettspiel, in dem Fantasie und Strategie gefragt sind "und das man immer wieder aus dem Schrank holt". Für Einsteiger besonders angenehm: Auf das Lesen der Anleitung kann fast ganz verzichtet werden. Stattdessen gibt es ein Einsteigerspiel, aus dem sich dann alle weiteren Schritte wie von selbst erklären. Und wer dann wie Roskothen auf den Geschmack gekommen ist, für den gibt es inzwischen auch schon eine Fortsetzung. "Die Legende von Andor" hat übrigens den Kritikerpreis als "Spiel des Jahres 2013" gewonnen und kostet knapp 33 Euro.

Für Tüftler und ältere "Spielkinder"

Ferngesteuerte Autos waren gestern, ferngesteuerte Helikopter sind heute! Wer aber nicht einfach ein fremdproduziertes Plastikteil in die Luft steigen lassen will, der hat vielleicht Spaß an einem Handy-gesteuerten Papierflieger. Etwas Mühe muss man sich schon geben, um aus Papier den Flieger zu falten, an dem ein Empfänger befestigt wird. Aufs Handy wird eine App heruntergeladen, und mit dem Telefon in der Hand lenkt man dann durch seine Bewegungen den Flieger. "Man sollte das vielleicht besser im Freien versuchen und nicht im Wohnzimmer mit dem Tannenbaum", sagt Boris Roskothen, der das rund 50 Euro teure Spielzeug schon selbst ausprobiert hat.

Quelle: RP
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