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Duisburg
Menschenfischer in der Fußgängerzone

Duisburg: Menschenfischer in der Fußgängerzone
Evangelischer Kirchentag auf der Königsstraße Gottesdienst "alles Gute kommt von oben". FOTO: Andreas Probst
Duisburg. Der vierte evangelische Kreiskirchentag Duisburg hatte am Samstag auf der Königstraße viele Besucher. Von Ingo Hoddick

So wie Jesus auf die Marktplätze ging, macht es auch die evangelische Kirche. Zum vierten Mal gab es jetzt einen Kreiskirchentag Duisburg, wobei der erste im Jahr 2007 auch dazu diente, die kurz zuvor vollzogene Fusion der beiden Kirchenkreise Duisburg-Süd und Duisburg-Nord zu festigen. Die ist inzwischen gelungen - wobei anzumerken bleibt, dass das linsrheinische Duisburg zum Kirchenkreis Moers gehört und die Gemeinden in Walsum, also ganz im Duisburger Norden, zum Kirchenkreis Dinslaken.

An einem sommerlichen Samstag in der belebten Fußgängerzone Königstraße, mit einer Bühne, die mit dem Rücken zum König-Heinrich-Platz steht, erreicht man so nicht nur die "üblichen Verdächtigen", sondern auch eine Menge "Laufkundschaft". Zum Reformationsjubiläum 2017 verstand sich das als ein großes Fest der Verbundenheit mit allen Duisburgerinnen und Duisburgern. Gemeinden, Einrichtungen und Dienste informierten in Zelten zu den Themen "Kinder", "Jugendliche", "Senioren", "Diakonie", "Ökumene" und "Spiritualität" und luden dabei zum Mitmachen ein. Die Menschenfischer begannen am Vormittag mit einem Festgottesdienst, der von vielen Ehrenamtlichen vorbereitet wurde und der musikalisch eine große Bandbreite bot. Er endete mit einer Überraschung entsprechend dem Motto des Tages "Alles Gute kommt von oben": Es regnete kleine rote Zettel mit dem Bibelzitat "Alle eure Sorge werft auf ihn, denn er sorgt für euch" (1.Petrus 5,7). Die Zettel füllten noch lange den Boden.

Entlang der Königstraße waren zur Feier des Tages viele Stände aufgebaut. Es gab ein großes Unterhaltungsprogramm für Jung und Alt sowie zahlreiche Möglichkeiten zum Essen und Trinken. In diesem besonderen Jahr wurde ein eigenes "Themenzelt" aufgebaut, bei dem mal ernsthaft, mal spielerisch die Reformation vor 500 Jahren im Mittelpunkt stand. Dort waren Christen und andere unter anderem eingeladen, in der Nachfolge Luthers ihre Thesen zur heutigen Kirche aufzuschreiben.

An einem anderen Ort gestaltete die Diakonie einen besonderen Beitrag zum Thema "Flucht". Dort fanden wir einen Koffer, der alles enthielt, was Menschen in Not auf ihrer Flucht mitnehmen konnten. Natürlich war der Kreiskirchentag nicht nur "Rummel", sondern bot auch die Möglichkeit zum Rückzug und zu ernsthaften Gesprächen. Die Kircheneintrittstelle, die sonst freitags in der Salvatorkirche zu finden ist, rückte am Samstag in eines der Zelte in der Innenstadt.

Besonders abwechslungsreich wirkte das musikalische Angebot auf der Bühne. Die war nach dem Gottesdienst dann freigegeben für Chor- und Kirchenmusik, Pop, Rock und Unterhaltung. Da wirkten auch viele Duisburger Laien mit, vom zarten Renaissance-Ensemble "Iter musicum" aus der Gemeinde Neudorf-West bis zu Songs aus dem Pop-Oratorium "Luther" von Dieter Falk und Michael Kunze. Zeitweise war das Publikum selbst der Chor. Abschluss und Höhepunkt war am Abend das Gospelkonzert mit dem kurzfristig eingesprungenen Vorsänger Reginald Jennings. Dieser wirkte bei bekannten Musicals wie "Der kleine Horrorladen" mit und spielt derzeit im Bochumer "Starlight Express" die Erstbesetzung der Dampflok "Papa". Mit einem zwölfköpfigen Chor und einer Band sorgte er für einen unüberhörbaren Ausklang.

Das passte gut zu diesem mal andächtigen, mal überschwänglichen Kreiskirchentag.

Quelle: RP
 
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