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Duisburg
Michael Trischan: Auftritt mit jüdischem Witz in der Säule

Duisburg. Schwer zu sagen, was das Besondere am jüdischen Witz ist. In einer gar nicht mal so schlechten Beschreibung heißt es: "Ein jüdischer Witz ist niemals Witz um des Witzes willen, immer enthält er eine religiöse, politische, soziale oder philosophische Kritik." Nach den beiden "musikalisch-gewitzten Nachmittagen", die jetzt Michael Trischan in Marxloh und am Sonntag in der ausverkauften Säule gab (wo die RP dabei war), wird man noch hinzufügen können, dass der jüdische Witz dem Leid der Welt mit Ironie auf eine Weise begegnet, dass sich Tränen der Trauer und des Lachens mischen. Von Peter Klucken

Trischan, als Pfleger in der Erfolgsserie "In aller Freundschaft" einem Millionenpublikum bekannt, ist ein hervorragender Rezitator. Er versteht es, die Pointen punktgenau zu präsentieren. Wenn sich der jüdische Witz in kleinen Geschichten zeigt, dann kann Trischan beweisen, dass er ein Vollblutschauspieler ist, der mal den klugen Rabbi, mal den naiven Fragesteller, den stolzen Hausherrn oder die mehr oder weniger hinterlistige Hausfrau geben kann.

- Michael Trischans Sohn Attila und Johannes Dau sorgen mit ihrer musikalischen Begleitung dafür, dass die Witze nicht in ununterbrochener Folge dahinplätschern, sondern sich entfalten können. Musikstudent Attila spielt vorzüglich Klavier, sein Studienfreund Johannes Dau kann der Klarinette ironisch-klingende Töne entlocken. Zusammen spielten sie Klezmer, jene Musik, die zum jüdischen Witz passt, der aus Trauer Humorfunken schlagen kann.

Ein Beispiel: Der Arzt sagt zur Frau: Ich muss Ihnen sagen, dass Sie an einer schweren Krankheit leiden. Die Frau meint: Da möchte ich aber noch eine zweite Meinung hören. Darauf der Arzt: Sie sind auch noch sehr hässlich.

Quelle: RP
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