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Duisburg
Mieter fühlt sich aus seiner Wohnung "gemobbt"

Duisburg. Die Familie von Necati P. wohnt schon seit mehr als 40 Jahren in einem Mehrfamilienhaus in Hochfeld. Seit Mitte September fühlt sie sich dort aber nicht mehr sicher und erhebt heftige Vorwürfe gegen den Vermieter, der nicht ansprechbar sei. Von Jan Luhrenberg

Laut P. begannen die Probleme mit dem Einzug neuer Nachbarn im Erdgeschoss. Sie hätten ihren Müll im Keller abgeladen, was er dem Vermieter auch mitgeteilt habe. Als ein Trockner im Keller in Brand geraten sei, hätten die Flammen auf diesen Müll übergegriffen. Zum Glück habe die Feuerwehr den Brand noch unter Kontrolle gebracht. In den vergangenen sieben Tagen seien zwei weitere Feuer ausgebrochen. Die Ursache dafür vermutet P. in schadhaften Stromleitungen im Keller. Der Vermieter habe die Leitungen nach dem ersten Feuer nur provisorisch selbst geflickt und den Mietern versichert, sie müssten sich keine Sorgen machen. "In meinen Augen hat der Vermieter nicht ausreichend gehandelt", sagt P. im Gespräch mit dieser Zeitung. "Und auch jetzt noch macht es für mich den Anschein, dass er die Brandursache nicht beheben möchte."

Der Hauseigentümer interessiere sich letztlich nicht für die Lage seiner Mieter. Er sei schon lange nicht mehr im Haus gewesen und schicke stattdessen zwei Mitarbeiter, die "nicht mal den Namen des Vermieters buchstabieren können", so P.. Er vermutet, dass Mietparteien, die schon länger in dem Haus wohnen, zum Auszug gezwungen werden sollen, weil sie niedrigere Mieten zahlten als die Neuzugezogenen. An der Erdgeschosswohnung beispielsweise seien mittlerweile drei bis vier Nachnamen angebracht. Die neuen Mieter würden rund 100 Euro mehr zahlen als die alten, will er herausgefunden haben.

Die höhere Miete sei aber nicht gerechtfertigt, so P.: Im Haus gebe es momentan weder Strom, noch Heizung. Telefon und Türklingel würden seit dem ersten Brand vor zwei Monaten nicht mehr funktionieren. Er hat seine Eltern schon zu seiner Schwester gebracht, um sie zumindest in Sicherheit zu wissen. Er selbst habe eine fristlose Kündigung erhalten, weil er angeblich einen Hausverwalter vor den Augen der Polizei angegriffen habe. Doch einen Hausverwalter gebe es gar nicht, so P.. Freiwillig will er nicht ausziehen, weil Hochfeld seine Heimat sei. Und gegen die Kündigung will er notfalls gerichtlich vorgehen.

Die Stadt will jetzt prüfen, ob in dem Haus relevante Sicherheitsmängel bestehen, wie es sie in den sogenannten Schrottimmobilien gibt, die geräumt werden.

Quelle: RP
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