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Duisburg
Mit heimischen Applaus in die weite Welt

Duisburg: Mit heimischen Applaus in die weite Welt
Der Ort, an dem alles begann: Kerstin Saddeler-Sierp (links) und Heike Becker an der Theke in der alten Apotheke. FOTO: Martin Büttner
Duisburg. Es begann mit Thekentratsch im Weinlokal "Zur Alten Apotheke": Mittlerweile sind Heike Becker ("die Becker") und Kerstin Saddeler-Sierp ("Frau Sierp") mit ihren Programmen von Grönland bis zur Karibik unterwegs. Von Florian Langhoff

Alles begann beim Gläsertrocknen an der Theke des Weinlokals "Zur Alten Apotheke". Inhaberin Kerstin Saddeler-Sierp und Heike Becker unterhielten sich und machten ein paar Späße. "Dann lachte jemand darüber, und wir haben uns gedacht, das könnte man doch mal vor Publikum machen", erzählt Kerstin Saddeler-Sierp. Fortan luden die beiden Frauen als Comedyduo zum "Thekentratsch" in die Apotheke ein. Heike Becker schrieb am Mittwoch die Texte für die Aufführung, am Donnerstag wurden diese geprobt und am Freitag aufgeführt. "Das ist dann immer größer geworden", sagt Kerstin Saddeler-Sierp.

Mittlerweile ist das Duo unter dem Namen "die Becker und Frau Sierp" in ganz Deutschland unterwegs, hat sich schon in einigen Städten eine treue Fangemeinde erspielt und sorgt mittlerweile auch abseits der heimatlichen Gefilde für Begeisterung. "Wir waren kürzlich in Grönland unterwegs und sind auch schon in der Karibik aufgetreten", verrät Kerstin Saddeler-Sierp. Der Kreuzfahrtanbieter AIDA hatte das Comedyduo für Auftritte auf seinen Schiffen gebucht. "Das war spannend. Vor allem trifft man bei solchen Gelegenheiten viele tolle Kollegen", erzählt Heike Becker.

Die Grundlage für diesen Erfolg, da sind sich beide einig, liegt allerdings in der Heimat. "Viele Künstler gelten in ihrer Heimatstadt nichts, aber wir hatten von Anfang an ein Hammerpublikum hier, das uns immer unterstützt hat", sagt Heike Becker. Das begleitete sie aus der "Apotheke" zuerst in den "Burginnenhof" und später zum Fantastival 2014 und ihrem zehnjährigen Auftrittsjubiläum ins Burgtheater, das damals natürlich ausverkauft war. Etwas, das in Dinslaken sonst nur deutschland- oder gar weltweit bekannte Künstler fertigbringen. "Da sieht man, was wir für ein tolles Publikum hier haben", sagt Kerstin Saddeler-Sierp. Den Auftritt, zu dem sich die beiden mit Kalle Pohl und Michael Wendler prominente Unterstützung auf die Bühne holten, wird nicht nur ihnen, sondern auch vielen der Zuschauer wohl noch länger im Gedächtnis bleiben.

Und wenn sie heute in der "Apotheke" auftreten, sind die Veranstaltungen schon Monate im voraus ausgebucht. Unterstützung erfahren die beiden Expertinnen für Humor aus Dinslaken allerdings auch von Seiten der Stadt. So durften sie für die Regieproben ihres neuen Programms "Deine Gene braucht kein Mensch!" das Dachstudio in der Bibliothek nutzen. "Da ist man uns wirklich sehr entgegengekommen", berichtet Kerstin Saddeler-Sierp. Und auch in Sachen Auftrittsorte bevorzugen die beiden Bühnenpartnerinnen heimische Gefilde. "Unsere Auftritte beim Fantastival waren schon etwas ganz Besonderes", sagt Kerstin Saddeler-Sierp. Zustimmung von Heike Becker. Und auch im Ebertbad in Oberhausen, wo die beiden mittlerweile die Premieren ihrer neuen Programme spielen, fühlt sich das Comedyduo stets willkommen.

Uneins, wie bei ihren Auftritten auf der Bühne üblich, sind sich die beiden allerdings, wenn es um die Standortbestimmung der eigenen Heimatstadt Dinslaken geht. "Ruhrpott", sagt "die Becker" sofort. "Ich bin als Dotterblume in Lohberg quasi unter Tage geboren worden." Dagegen tendiert "Frau Sierp" eher zur geografischen Einordnung Dinslakens zum Niederrhein. "Ich bin quasi als Gänseblümchen auf der Wiese in Eppinghoven groß geworden", erläutert sie. "Wohl eher als Trockengesteck", meint ihre Bühnenpartnerin.

Mittlerweile haben die beiden das Bühnenleben zu ihrem Hauptberuf gemacht. "Das ist eine Entscheidung, die wir uns lange überlegt haben", sagt Heike Becker. Aber auch eine, die von Erfolg gekrönt ist, wenn man einen kurzen Blick auf die Fülle der Auftritte wirft, die das Duo mittlerweile absolviert. Die Arbeitsteilung ist dabei die gleiche geblieben, wie zu den Anfangszeiten mit "Thekentratsch". Nach wie vor entspringt das komplette Bühnenprogramm dem Kopf von Heike Becker. "Es ist dafür ganz hilfreich, wenn man ein bisschen seltsam ist. Ich denke gerne quer", erklärt sie und gibt direkt ein Beispiel: Bei Aladdin und seiner Wunderlampe fragt sie sich nicht etwa, was man sich wünschen könnte. "Ich denke mir die ganze Zeit: Wie hält es dieser Geist nur in der Wunderlampe aus? Dem muss doch total langweilig sein."

Als nächstes großes Ereignis für "die Becker und Frau Sierp" steht nun die Premiere ihres neuen Programms am 4. November im Ebertbad an. Natürlich ist auch die schon wieder ausverkauft. Das Heimatpublikum bekommt von den beiden eben nicht genug.

Quelle: RP
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