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Unsere Woche
Mit Respekt begegnen

Duisburg. Wir waren nicht dabei, als es am vergangenen Sonntagabend auf der Reinerstraße in Bruckhausen zu der Auseinandersetzung zwischen der Polizei und bis zu 250 Anwohnern/Schaulustigen kam, dem Vorfall, der in dieser Woche hier reichlich Schlagzeilen machte. Wir wollen übrigens generell nicht in der Haut der Polizisten stecken, die sich bei ihren Einsätzen immer häufiger aufgebrachten Menschenmengen gegenüber sehen und die bei ihrer Arbeit bedrängt, behindert und bedroht werden.

Ob die Beamten sich in Bruckhausen korrekt Verhalten haben oder nicht, das prüft zur Zeit die Staatsanwaltschaft. Ihre "Gegenüber" haben es nicht. Wo man sein Auto nicht parken darf, da stellt man es nicht ab - und wenn man es tut, dann riskiert man, von der Polizei erwischt zu werden, bezahlt die Strafe (in diesem Fall zehn Euro) und macht einen Strich unter die Angelegenheit. Die Beamten hätten an diesem Sonntag auf der leeren Straße ein Auge zudrücken sollen, meinen einige. Aber das hieße doch, dass unsere Gesetze der Beliebigkeit unterworfen sind. Eine schreckliche Vorstellung. Sollten sich die in Bruckhausen eingesetzten Beamten nicht an die Vorschriften gehalten haben, darf schließlich auch kein Auge zugedrückt werden.

Der aktuelle Fall in Bruckhausen wirft nicht nur die Frage auf, wie die Polizei mit Bürgern umgeht, sondern auch, wie Bürger der Polizei begegnen. Respektvoller Umgang ist schließlich keine Einbahnstraße. Anweisungen von Polizisten, die sich in der Regel korrekt verhalten, zu ignorieren, das geht nicht. Denn wie soll uns die Polizei schützen, wenn wir ihre Anweisungen nicht befolgen und meinen, alles mit den Beamten ausdiskutieren zu können? Und wo kommen wir hin, wenn Bürger meinen, die Polizei einschüchtern oder vertreiben zu können, wenn sie nur genug Gleichgesinnte um sich scharren oder mit Handy-Aufnahmen, die ins Netz gestellt werden, Meinung manipulieren zu können? Für mich ist es erstrebenswerter, in einem Rechtsstaat zu leben als in einem Land mit diktatur-ähnlichen Verhältnissen wie der Türkei.

Hildegard Chudobba

Quelle: RP
 
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