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Duisburg
Mit Vollgas in den Rhein

Duisburg: Mit Vollgas in den Rhein
Der Autofahrer wollte mit seinem Wagen auf die Fähre fahren, doch er schoss auf dem Schiff über die Schranke hinaus und stürzte ins Wasser, wie ein Sprecher der Feuerwehr mitteilte. FOTO: Fröhlich
Duisburg. Weil er wohl das Gaspedal mit der Bremse verwechselt hatte, ist gestern ein Mann auf der Fähre zwischen Orsoy und Walsum im Rhein gelandet. Kapitän, Schiffsführer und ein Kunde retten den Fahrer durch beherztes Zupacken. Von Ulla Saal

So etwas hat Dirk Nowakowski, Kapitän der Rheinfähre, die zwischen Orsoy und Walsum schippert, auch noch nicht erlebt. Gegen 9 Uhr ist gestern ein Auto durch die Schranke am Bug der Fähre gebrettert und in den Rhein gefahren. Nur dem beherzten Eingreifen des Kapitäns, seines Schiffsführers und eines Kunden der Fähre verdankt der ältere, gehbehinderte Autofahrer, dass er unverletzt aus dem Wagen entkommen ist.

Der Automatik-BMW sei bis vor die Schranke gerollt und habe fast schon gestanden, schildert Nowakowski, der zu dem Zeitpunkt an Deck war, die entscheidenden Minuten: "Dann heulte der Motor auf, und ich dachte nur, was macht der denn da. Und im selben Moment ging der Wagen mit Vollgas und Schmackes über die Klappen und durch die Schranken."

Nowakowski und ein Kunde reagierten blitzschnell: "Wir haben uns die Enterhaken geschnappt, die wir an Bord haben, und haben damit das Auto festgehalten, damit es nicht in den Strom gerät." Gleichzeitig brüllte Nowakowski seinem Schiffsführer Raimund Behrenf am Steuer zu: "Drück dat Ding ma ins Land rein." Als der Wagen mit Behrenfs Hilfe zwischen Fähre und Ufer festgeklemmt war, konnten Nowakowski und sein Kunde die Haken beiseite legen und den unverletzten Autofahrer mit vereinten Kräften durch das Seitenfenster an Deck ziehen.

"Dann kam die Feuerwehr", sagt Nowakowski trocken. Die war umgehend alarmiert worden, nachdem sich der Unfall ereignet hatte, und mit großem Gerät angerückt. Außer der Mannschaft der Walsumer Feuerwache und dem Rettungsdienst kamen sicherheitshalber auch die Taucherstaffel, das Feuerlöschboot und die Besatzung des Kranwagens zum Unfallort. Das noch im Uferbereich im Wasser liegende Auto wurde von einem Feuerwehrtaucher gesichert und dann von einem Löschfahrzeug aus dem Rhein gezogen.

Dass er und seine Mithelfer dem Unfallfahrer wohl das Leben gerettet haben, kommentiert Nowakowski eher lakonisch: "Na ja, wenn das Auto vom Strom mitgerissen worden wäre, hätte der Mann das wohl kaum überlebt. Ich weiß nicht, wie lange so ein Wagen schwimmt. Jetzt hat er halt nur ein paar Beulen."

Ebenso wie die Schranke der Fähre. Die Hydraulik hat der BMW aus der Verankerung gerissen. "Die Schranke ist aber betriebsbereit. Die bedienen wir jetzt mit der Hand, bis die Hydraulik repariert ist", sagt Nowakowski. "Wir fahren also ganz normal weiter."

Quelle: RP
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