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Duisburg
Mit Wildhunden um die Wette laufen

Duisburg: Mit Wildhunden um die Wette laufen
Zoodirektor Dr. Achim Winkler (l), Jörg Löbe und Rolf-Dieter Hagemann (beide Bürgerstiftung) an der neuen Anzeigetafel. FOTO: Reichwein
Duisburg. Nach einer Renovierung ist das Speed Display im Duisburger Zoo wieder dienstbereit. Menschliche Zoobesucher können ihre persönliche Geschwindigkeit mit der von Zootieren vergleichen. Von Lara Duyster

Bei der gestrigen Hitze ließen es sich die Wildhunde des Duisburger Zoos in der Sonne richtig gut gehen, während direkt neben ihrem Gehege das "Speed Display" der Bürgerstiftung neu in Betrieb genommen wurde. Bereits vor vier Jahren wurde die Anlage im Tierpark aufgestellt, musste jetzt aber renoviert werden. Seit gestern ist sie wieder betriebsbereit. Hier haben Groß und Klein die Möglichkeit, sich mit den Geschwindigkeiten der Zootiere zu messen.

Nachdem die Besucher eine Strecke von 30 Metern zurückgelegt haben, wird ihnen sofort die erreichte Geschwindigkeit angezeigt. Neben dem Display ist ein Schild aufgestellt, auf dem die Geschwindigkeiten der verschiedenen Tiere aufgelistet sind. Zwischen den 0,005 Stundenkilometern einer Schnecke und den 110 Stundenkilometern eines Geparden versuchen die Besucher, alles zu geben. Ein recht schneller Lauf von 25 Stundenkilometern kann mit der Geschwindigkeit einer Eidechse mithalten, während ein normaler Spaziergang die die zwei Stundenkilometer einer Mücke schlagen kann. "Technisch war es für uns eine Herausforderung, die Displays auf weniger als einen Kilometer die Stunde einzustellen", erklärt Jörg Lobe, Vorstand der Bürgerstiftung.

Die eigentlichen Displays, welche sich an den Straßen Duisburgs befinden, würden erst ab 30 km/h reagieren. Doch es habe alles gut geklappt, berichtet Lobe. Auch Achim Winkler ist begeistert. "Es gibt schon eine lange Kooperation zwischen dem Zoo und der Bürgerstiftung", so der Zoodirektor. Bereits Mitte dieses Jahres hat der Tierpark mit der Stiftung zusammen an dem Projekt "Natur in grauen Zonen" gearbeitet. Neuhochbeete wurden am Haupteingang des Zoos gepflanzt und boten Bienen ein neues Zuhause. "So wurden heimische Tierarten gerettet", sagt Winkler.

Rolf-Dieter Hagemann ist seit vier Jahren ehrenamtlich bei der Bürgerstiftung engagiert. "Als ich damals Rentner wurde, wollte ich trotzdem noch was machen", so der 75-Jährige. Der Duisburger kümmert sich um die Montage und Organisation der Speed Displays. Eine Anlage kostet 2000 Euro. Von der Stadt erhält die Stiftung keine finanzielle Unterstützung, doch neben der Spenden der Einwohner sind auch viele Unternehmen, wie Mercedes, an der Finanzierung beteiligt, um die zahlreichen Projekte der Bürgerstiftung zu verwirklichen.

Sobald Hagemann eine Anfrage eines Anwohners erhält, sucht er an der Straße einen geeigneten Platz und holt sich von der Stadt Duisburg eine Genehmigung für das Anbringen. Momentan sind fünf Displays aktiv, die jeweils drei bis vier Monate an einem Standort bleiben. Am beliebtesten sind 30er Zonen und Straßen an Kindergärten oder Schulen. Erst bei einer gehäuften Geschwindigkeitsüberschreitung, greift das Ordnungsamt ein und stellt eigene Radarfallen auf.

Neben Speed Displays sind zurzeit 21 Projekte der Bürgerstiftung am Laufen. Vor sechs Wochen wurde die Initiative "Patenschaft für Geflüchtete" ins Leben gerufen. "Wir suchen Ehrenämtler, die mit den Flüchtlingen Eis essen oder Fahrrad fahren gehen", erklärt Löbe. Für die Betreuung der 7000 Flüchtlinge in Duisburg wurden schon knapp 67.000 Euro gestiftet. "Die Duisburger sind sehr hilfsbereit", berichtet der Vorstand. Die 30 Bücherschränke, die in ganz Duisburg verteilt sind, werden ebenfalls von 60 Ehrenämtlern der Bürgerstiftung unterhalten.

Der Zoodirektor ist gespannt, ob sich die Besucher nach der Instandsetzung des Displays an die 30-Meter lange Rennstrecke heranwagen. Doch er ist zuversichtlich. "Wir hatten schon so manchen Rollstuhlfahrer, der mit dem einen oder anderem Tier mithalten konnte."

Mehr Informationen zur Stiftung finden Interessierte unter: http://www.buergerstiftung-duisburg.de/t im Internet.

Quelle: RP
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