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Duisburg
Möbelhaus Thun steht vor dem Aus
Duisburg: Möbelhaus Thun steht vor dem Aus
2008 wurde das Möbelhaus als "1a Fachhändler" ausgezeichnet. Eckhard und Inge Thun (r.) nahmen die Urkunde entgegen. FOTO: RPO
Duisburg. Bergheim Das Möbelhaus Thun an der Moerser Straße wird im April seine Pforten schließen. Eckhard Thun, der die Geschäfte seit 40 Jahren leitet, ist mittlerweile 74 Jahre alt. In den vergangenen Monaten habe er sich vergeblich darum bemüht, einen Nachfolger zu finden. "Meine Frau ist auch schon 72 Jahre alt, mein Sohn möchte nicht übernehmen, und sonst war bisher niemand aufzutreiben. Also müssen wir das Geschäft aufgeben", sagte Thun gestern im Gespräch mit unserer Zeitung. Von Sandra Kaiser

Mitarbeiter bleiben bis zum Ende

Das traditionsreiche Familienunternehmen im Gewerbegebiet Mevissen beschäftigt insgesamt sechs Mitarbeiter in Verkauf, Verwaltung und Auslieferung. Was mit ihnen geschieht, ist noch völlig offen. "Sie werden sich anderswo bewerben müssen. Zunächst aber werden sie uns helfen, die Restbestände zu verkaufen und alle Aufträge abzuwickeln", sagt Eckhard Thun. "Dafür, dass sie bis zum Ende bleiben, werden wir sie finanziell entschädigen."

Eckhard und Inge Thun werden nun versuchen, das Grundstück samt Gebäude zu verkaufen. Derzeit verhandele man mit mehreren Interessenten, sagt Thun. Er hofft, bis April einen Käufer gefunden zu haben. Die Hoffnung, dass sich vielleicht doch noch jemand für seine Nachfolge findet, hat er zumindest noch nicht völlig aufgegeben. Und an seine Mitarbeiter denkt er auch: "Falls wieder ein Möbelgeschäft hierher kommen sollte, hoffe ich, dass unsere Mitarbeiter dort weiterbeschäftigt werden können."

Geschäftsführer seit 1970

Das Unternehmen wurde 1949 vom Sozialdirektor der Zeche Diergardt-Mevissen, Fritz Feldmann, als Möbelbezugsgenossenschaft gegründet. Weil viele Bergleute nach der Währungsreform kaum Geld hatten und durch den Zweiten Weltkrieg ausgebombt waren, konnten sie beim Genossenschaftsbetrieb an der Moerser Straße zu günstigen Preisen Möbel kaufen. Das Geld für den Kauf wurde von der Zeche vorgestreckt und später vom Arbeitslohn abgezogen.

1951 beteiligte sich auch das Krupp-Hüttenwerk an der Genossenschaft und ermöglichte den Mitarbeitern Gleiches. 1967 ging das Möbelgeschäft in den Privatbesitz der Familie Thun über. 1970 übernahm Eckhard Thun die Geschäfte.

Quelle: RP
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