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Duisburg
Moscheebau: Neuer Plan nach Protesten

Duisburg: Moscheebau: Neuer Plan nach Protesten
Bei der öffentlichen Informationsveranstaltung zur Präsentation des neuen Konzeptes für ein muslimisches Kulturzentrum klärte Projektleiter Senol Simsek (stehend) das Publikum über die Pläne auf. FOTO: Jörg Kazur, rp
Nach Protesten gegen den Bau eines muslimischen Kulturzentrums an der Römerstraße in Walsum wurde der Bauantrag nachgebessert. Nun präsentierte die islamische Gemeinde das neue Konzept der Öffentlichkeit. Von Florian Langhoff

Nach einer Moschee sieht das Gebäude, das in Zukunft an der Römerstraße stehen soll, nun wahrlich nicht aus. Moderne Formensprache, weiße Außenwände sind zu sehen, dafür allerdings kein Minarett. "Wir wollten bewusst keine traditionelle Moschee haben”, sagt Fatih Gügen, Referent für Öffentlichkeitsarbeit des Kulturellen Bildungsvereins Walsum, bei der Vorstellung des neuen Konzepts für das Kulturzentrum. Einiges hat sich geändert.

Die geplante Fläche für das Zentrum wurde von fast 8000 Quadratmetern um rund die Hälfte reduziert. Weggefallen sind ein großes Stück der ursprünglich vorgesehenen Gewerbefläche und der so genannte "Internatsbetrieb”.
Einen Großteil der Fläche nimmt der runde Gebetsraum ein. Im Erdgeschoss stehen rund 350 Quadratmeter für die weiblichen Gemeindemitglieder zur Verfügung. Im ersten und zweiten Obergeschoss kommen ein weiter Raum und eine Empore zur Nutzung durch die Männer mit dazu.

Schulungs- und Seminarräume

Besonders wichtig soll die rund 100 Quadratmeter große Begegnungsstätte werden, die von der Straße aus zugänglich sein wird. "Die war uns sehr wichtig”, sagt Fatih Gügen. "Wir wollen uns dem Leben im Walsum und den Menschen in der Nachbarschaft öffnen.” Wichtigster Grund für den Ausbau ist allerdings das wachsende Interesse aus der Gemeinde. "Wir platzen zur Zeit wirklich aus allen Nähten”, sagt Fatih Gügen mit Bezug auf das heutige Gemeindehaus an der Römerstraße. Außerdem sind in den Räumen des Kulturzentrums zwei Küchen geplant, dazu Schulungs- und Seminarräume und auch ein Schlafbereich. Denn übers Wochenende sollen hier muslimische Jugendliche unterrichtet werden. Im so genannten "Wochenendbetrieb” sollen Jungen und Mädchen im Kulturzentrum bleiben und unterrichtet werden.

 "Da wird natürlich religiöse Bildung vermittelt ­ aber auch schulische Bildung”, sagt Nigar Yardim, Frauen- und Integrationsbeauftragte des Verbands der Islamischen Kulturzentren (VIKZ). "Das ist eine Art Reinschnuppern in die Religionspraxis. Mein Sohn hat das auch gemacht und ist trotzdem kein Imam geworden, sondern studiert jetzt Maschinenbau”, sagt sie weiter.

Integrationsarbeit

Auch VIKZ-Präsident Mustafa Imal betonte den positiven Effekt des Unterrichts auf die schulischen Leistungen und die Integrationsfähigkeit. "Uns haben viele Lehrer bestätigt, dass die Kinder in der Schule besser werden”, sagt er und führt das vor allem auf Maßnah

 
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