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Duisburg
Motorradfahrer mit Stahlherzen

Duisburg. Die "Stahlbiker" freuen sich auf die neue Saison. Der ADAC warnt jedoch vor Gefahren und gibt Sicherheit-Tipps. Von Jan Luhrenberg

Es ist ein betörendes Gefühl der Freiheit: Der Wind peitscht um die Ohren, unter dem Sitz schnurren die Pferdestärken, der Motor heult auf. Dieses Erlebnis rückt für über 2,6 Millionen Motorrad- und Rollerfahrer immer näher. Denn üblichwerweise fällt Ostern der Startschuss für die neue Motorradsaison - oder zumindest dann, wenn es wieder wärmer wird und sich die Sonne häufiger zeigt.

So ist es auch bei den "Stahlbikern". Klaus-Peter Pukrop ist Geschäftsführer des Motorradvereins mit Vereinsheim im Stadtteil Beeck. Er bringt auf den Punkt, wie sehnsüchtig alle Mitglieder auf die ersten Frühlingstage warten: "Wir können den Start der Saison kaum erwarten, allmählich werden wir zappelig." Der Verein blickt auf eine bald 20-jährige Geschichte zurück. "Arbeitnehmer von ThyssenKrupp gründeten den Motorradclub im Jahr 1998, um die damals hohe Unfallzahl im Zweiradbereich zu reduzieren", erinnert sich Pukrop. Denn im Verein ist sicheres Fahren immer wieder ein Thema.

Die große Rolle von ThyssenKrupp spiegelt sich auch im Namen des Vereins wieder: "Stahlbiker" ist eine Mischung aus den Komponenten Stahlerzeugung und Motorrad fahren, anders ausgedrückt biken. Mitglied werden kann aber jeder, unabhängig vom Arbeitgeber.

Momentan zählt der Verein 150 Mitglieder - von denen einige nicht aktiv Motorrad fahren, aber den Verein unterstützen. Ab dem 23. April können sich alle Stahlbiker auf drei geführte Wochenendtouren und sechs Tagestouren freuen. Während der Wochenendtouren verschlägt es die Truppe nicht nur in schöne Teile Deutschlands wie den Taunus, den Harz sowie den Schwarzwald, sondern auch in das benachbarte europäische Ausland. Auf einen kleinen Abstecher geht es zum Beispiel nach Frankreich und Luxemburg. Die Tagestouren führt die Mitglieder in die nähere Umgebung, gefahren wird unter anderem im Sauerland und im Münsterland.

"Stahlbiker e.V." ist nicht nur ein Treff zum gemeinsamen Motorradfahren, er ist viel mehr: Pukrop beschreibt ihn als eine "Motorradfamilie". Neben all den Aktivitäten rund um das Zweirad und das Abenteuer auf der Straße, bietet der Club verschiedene Aktivitäten an, die den Zusammenhalt und das Familiengefühl fördern. Der Verein feiert gemeinsam Karneval und Silvester, die Mitglieder sitzen bei einem Osterkaffee zusammen und der Verein organisiert ein monatliches Biker-Frühstück.

Der Verein setzt sich gemeinsam ein großes Ziel: Das Fahren auf dem Zweirad und Ausflüge in der Gruppe sollen sicherer gemacht werden. Das lernen die Mitglieder in Kursen, wie zum Beispiel "Sofortmaßnahmen am Unfallort". Zudem gibt es alljährlich für Mitglieder die Möglichkeit, an einem ADAC-Sicherheitstraining teilzunehmen.

Der deutsche Automobilclub ADAC sieht in den Trainings der Biker den optimalen Start in die neue Saison. "Damit ist jeder Motorradfahrer gut gerüstet", sagt Jochen Oestele, Sprecher des ADAC. Es gibt eine ganze Reihe an Trainingsformen, die angeboten werden. Oestele empfiehlt als Vorbereitung auf die erste Ausfahrt das Wiedereinsteigertraining.

In acht Stunden lernen die Teilnehmer, die länger nicht mit ihrem Motorrad unterwegs waren, den sicheren Umgang mit ihrem Gefährt. Auf dem Programm stehen Übungen wie richtiges Sitzen, Blicken und Lenken im Slalomparcours sowie Kurvenstrecken. Auf nasser und trockener Fahrbahn sowie in Kurven und auf Geraden üben die Teilnehmer das Ausweichen und Bremsen. Motorradbegeisterte im Raum Duisburg kommen dabei in der Trainingsanlage Recklinghausen auf ihre Kosten. Motorradfahrer müssen aber nicht nur ihre Maschine beherrschen, sie sollten es am Anfang der Saison langsam angehen lassen, so Oestele. Es gelte besonders vorausschauend zu fahren und auf Straßenbeschädigungen - auch aufgrund des Winters - zu achten. Motorrad- und Autofahrer müssen sich auch erst einmal wieder aneinander gewöhnen. "Für die Autofahrer sind Motorräder jedes Jahr wieder neu im Spiegel, das ist eine kritische Phase", sagt Oestele.

Vor allem aber muss die Maschine auf Vordermann gebracht werden. Etliche Bauteile und Funktionen sollten vor Beginn der Fahrt kontrolliert werden. Dazu gehören unter anderem das Kühlmittel. Auch die Batterie, die Bremsen, das Licht und die Reifen haben eine Kontrolle nötig. Bei Mängeln, die nicht sofort behoben werden können, rät der ADAC die erste Tour zu verschieben, "auch wenn das Motorradherz blutet", so Oestele.

Quelle: RP
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