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Duisburg
Familie Zelles kann nicht ohne ihren Lieblinsverein

MSV Duisburg: Familie Zelles kann nicht ohne ihren Lieblinsverein
Sie können nicht anders: Tanja Zelles (2.v.l.) mit Freund Philipp Gnörich (li.), Sohn Thomas Zelles , Vater Armin und Großvater Hermann. FOTO: Christoph Reichwein (crei)
Duisburg. "Wenn wir unseren Neffen Leon noch mitnehmen, ist unser Familien- Fan-Block stärker als der des SV Sandhausen bei Auswärtsspielen", sagt Armin Zelles und schmunzelt. Der in Meiderich geborene, eingefleischte MSV-Fan zog vor rund 30 Jahren "der Liebe wegen" nach Ratingen. Petra hieß seine Auserwählte, die es tatsächlich schaffte, ihn aus Meiderich in das eher der Düsseldorfer Fortuna zuzurechnende fußballerische "Feindesland" zu locken.

Dort sind auch Tochter Tanja (27) und Sohn Thomas (29) aufgewachsen. Auch als Ratinger sind die Zelles-Kinder vom MSV-Bazillus infiziert und halten wie Vater Armin den Zebras die Treue. Großvater Hermann Zelles, der selbst in der Jugend für den MSV am Ball war, ist der eigentliche "Gründer" des Familien-Fanclubs. Bis 1972 führte er die damalige Gaststätte Otte in der Bahnhofstraße, nur einen Steinwurf weit weg vom MSV-Gelände. Sein Lokal war nach den Heimspielen oft Anlaufstelle für Spieler, Trainer und Journalisten. Das ging auch so weiter, als Hermann Zelles anschließend das Restaurant "Rustica" ganz in der Nähe seines ursprünglichen Lokals übernahm. "Sogar Helmut Schön war bei mir Gast", berichtet der 84-Jährige, der mit seiner Frau Brigitte immer noch oberhalb der mittlerweile verpachteten Gaststätte lebt.

Der Ur-Meidericher organisierte in den 60er- und 70er-Jahren Busfahrten zu Auswärtsspielen des MSV. Auch an die Nachkriegszeit erinnert sich Hermann Zelles noch ganz genau: "Wir waren ja damals nur die Nummer drei in der Stadt, der Duisburger SV und Hamborn 07 waren immer erfolgreicher." Vater Hermann nahm Sohn Armin bereits in jungen Jahren mit zum Fußball. Seit dieser Zeit lassen die Zebras den 58-jährigen Vorruheständler nicht mehr los. "Der MSV hat für mich eine riesengroße Bedeutung, ist für mich Lebensinhalt." Ehefrau Petra kann "ein Lied davon singen". So verabschiedete sich ihr Ehemann schon mal an seinem Geburtstag trotz angerückter Verwandtschaft zum Auswärtsspiel nach Aachen ("Aber erst nach dem Kaffeetrinken"). Auch nicht gerade alltäglich ist, dass der dritte Geburtstag von Tochter Tanja in der Krefelder Grotenburg-Kampfbahn gefeiert wurde. Gattin Petra nahm's gelassen, nur wenn er nach Niederlagen mit mieser Laune durchs Haus lief, war "Schluss mit lustig". Als vor zwei Jahren die Existenz des MSV durch den Lizenzentzug in Gefahr war, engagierte sich der Mitbegründer der "Mettmanner Zebras": Er erinnert sich an die vielen bewegenden Szenen vor dem Stadion, rief Dauerkartenaktionen für sozial schwache Fans ins Leben und verfasste einen berührenden "Aufruf an den Fußballgott", der im Stadion plakatiert wurde und sogar den Weg in die Fußball-Kult-Sendung "Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs" schaffte. Seiner Frau schreibt er übrigens magische Kräfte in Sachen MSV zu: "Sie schafft es, wenn ich sie lieb darum bitte, schon mal eine drohende Niederlage wie damals beim Spiel gegen Burghausen in einen Sieg zu verwandeln." Weiß-Blau eingestimmt ist mittlerweile auch Tanjas Freund Philipp, der als aktuell letzter "Neuzugang" in der Fan-Familie gilt. Auch wenn MSV-Mitglied Armin Zelles sich in Ratingen "äußerst wohl" fühlt, seine Heimatstadt bleibt Duisburg, die er "bis aufs Messer" verteidigt. Und klar ist auch, dass der MSV "Teil seines Lebens" ist und auch bleiben wird.

(pol)
 
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