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Duisburg
Mündelheimer Schützen in Feierlaune

Duisburg: Mündelheimer Schützen in Feierlaune
König Manfred Steil und seine Königin Beate Giesel auf dem Weg zum Klompenball - stilecht gebracht von den Schützenbrüdern in Klompen. FOTO: Dahlke
Duisburg. Das traditionelle Schützen- und Krönungsfest der St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft ließ ganz Mündelheim und Ehingen seit Samstag feiern. Gestern folgte dann einer der Höhepunkte: der Klompenball, die hölzerne Tradition. Von Volker Poley und Annika Matheis

Normalerweise wird bei den Schützen am Montagmorgen traditionsgemäß der neue König ausgeschossen. Bei der Mündelheimer Bruderschaft stehen zu diesem Zeitpunkt allerdings seit langem die Kinder und der Klompenball im Mittelpunkt. Das ist möglich, weil die St. Sebastianer bereits zu Pfingsten ihre neuen Majestäten am Schießstand am Ehinger Berg ermitteln.

Auch wenn Manfred Steil (König), Beate Giesel (Königin) und Prinz Domenik Felber bereits seit dem Frühjahr im Amt sind, "in Würden" sind sie erst seit Samstag, nach dem sie im Rahmen der festlichen Messe in der St.-Dionysius-Kirche gekrönt wurden. Abgeschlossen wurden die Inthronisierungs-Feierlichkeiten mit dem anschließenden Krönungsball im Festzelt an der Barberstraße.

Bevor "die Großen" bei dem seit über 50 Jahren stattfindenden Klompenball feierten und die Karnevalszeit einfach schon mal vorverlegten, zeigten die Kids der Mündelheimer Kindergärten und die Schüler der Grundschule gestern, was "Party machen" bedeutet. Abgeholt wurden die Kleinen vom Mündelheimer Tambourkorps "Rheinklang", die den bunten Kinderlindwurm ins Zelt geleitete. Danach ging es fröhlich und vor allen Dingen lautstark weiter. Da kann schon mal die Statik des Zeltes ins Wanken geraten, wenn über 200 Kinder gleichzeitig mit ihren kleinen Klompen enthusiastisch Beifall "stampfen".

Peter Fehmer, als langjähriger Wirt der mittlerweile geschlossenen "Gaststätte Schmitz" in Mündelheim eine "Institution", hat vor zehn Jahren den alten Brauch wieder aufleben lassen. Seitdem setzt er sich gemeinsam mit der Antonius-Kompanie für die Finanzierung des fröhlichen Kindervormittags ein. Mit den Spenden werden Tüten mit Süßigkeiten gefüllt, die alle Kinder zum Abschluss der Veranstaltung erhalten. Durch eine Spende der ortsansässigen Zahnarztpraxis soll auch diesmal der Schaden durch die geballte "süße Ladung" in Grenzen gehalten werden. Zahnbürste, Becher und Zahncreme waren aus diesem Grund ebenfalls Bestandteil der bunten Tüte. Aber nicht nur die süßen Geschenke und die Freifahrt auf dem Autoskooter gaben Anlass zur Freude. Mara und Michael freuten sich auch darüber, dass man nicht wie sonst in der Schule saß, sondern im Festzelt einfach "super Spaß" hatte. Die Schützen kümmern sich aber nicht nur um die jungen Dorfbewohner. Zum Erwachsenen-Klompenball waren auch diesmal die Bewohner des Malteser-Altenheims eingeladen. Seit mehr als 50 Jahren "stylen" die Mündelheimer liebevoll ihre Klompen mit den unterschiedlichsten Motiven. Bevor die Holzschuhe der Jury zur Bewertung vorgeführt werden, werden sie in einer Tanzrunde auf Stabilität getestet. Mitten im Trubel war auch Ernst Braun, der nebenbei auch ehrenamtlich vor Ort im Malteserstift mit zur Unterhaltung der Heimbewohner beiträgt. Das tat er auch im Festzelt, als er fröhlich mit den älteren Damen zu Schlagermusik ein Rollstuhl-Tänzchen aufs Parkett legte. Ob seine Holzschuhe mit Motiven, die sich auf den Deichbau bezogen, es "aufs Treppchen" schaffen, war dabei völlig nebensächlich.

Quelle: RP
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