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Duisburg
MKM: Neubau wie aus einem Guss

Museum Küppersmühle in Duisburg: Neubau wie aus einem Guss
Der neue Baukörper (vorne, in dunkler Farbe) soll anstelle des umstrittenen "Schuhkartons" den künftigen Erweiterungsbau bilden. FOTO: Herzog & de Meuron
Duisburg. Mitte 2016 sollen die Arbeit für den Erweiterungsbau des Museums Küppersmühle beginnen. Zwei Jahre später soll die Eröffnung sein. Von Hildegard Chudobba

Obwohl gleichfalls aus dem Architekturbüro Herzog & de Meuron erinnert der neue Entwurf in keiner Weise mehr an den einst geplanten "Schuhkarton". Das Erweiterungsgebäude für das Museum am Innenhafen gleicht sich an die umgebende Architektur an. Wie das Museum gestern mitteilte, sind die notwendigen Grundlagen wie Finanzierung und Organisation gesichert. In dem Neubau werden Werke der wichtigsten deutschen Künstler der Nachkriegszeit aus der Sammlung Ströher zu sehen sein. Der Baubeginn ist für Mitte 2016 vorgesehen, die Fertigstellung für Ende 2018. Das Vorhaben wird durch das Engagement der privaten MKM-Stiftung möglich, die von den Sammlern Sylvia und Ulrich Ströher gegründet wurde und den Erweiterungsbau vollständig finanziert.

Die Ausstellungsfläche wird um rund 2500 Quadratmeter erweitert. "Von Baumeister bis Baselitz, von Götz bis Gursky - wir werden endlich den Umfang, den die großartige Sammlung von Sylvia und Ulrich Ströher bietet, ausschöpfen können", freut sich Museumsdirektor Walter Smerling

Kern der Entwürfe ist ein viergeschossiger Anbau, der über die historischen Silos mit dem Stammhaus des MKM verbunden wird. "Der Erweiterungsbau", so Jacques Herzog, "reiht sich in seiner Maßstäblichkeit und Materialisierung in die Kette der eindrucksvollen historischen Backsteinbauten entlang des Hafenbeckens ein und komplettiert so den bestehenden Museumskomplex." Für den flüchtigen Betrachter wirkten die neu hinzugefügten Baukörper so, als hätten sie schon immer dort gestanden. Mit ihrer Planung beschreiten die Architekten einen neuen Weg, der sich konzeptuell strikt von der 2008 entwickelten, aber nicht realisierten Idee eines schwebenden Kubus unterscheidet.

Eine zentrale Rolle spielt künftig der Silotrakt, der erstmals für Besucher zugänglich wird: "Der Erweiterungsbau soll über die Silos unmittelbar an die bestehenden Ausstellungsgeschosse angeschlossen werden. Die Silos werden zu einem räumlichen Verbindungs- und Erschließungselement zwischen dem bestehenden Museum und der Erweiterung. Sie bleiben aber in ihrer rohen, ursprünglichen Materialität erhalten, da sie unverzichtbare, plastische Bestandteile des Industriedenkmals Küppersmühle sind", sagt Jacques Herzog. Geplant ist auch eine Aussichtsplattform auf den Silos.

Das Museum Küppersmühle, ein Projekt von Herzog & de Meuron aus dem Jahre 1997, setzte den ersten Meilenstein in der Umgestaltung des alten Innenhafens. Initiiert durch die Stiftung für Kunst und Kultur e.V. Bonn, beherbergt die Küppersmühle seit 1999 als Museum für moderne Kunst eine der bedeutendsten Sammlungen deutscher Kunst aus den 50er Jahren bis heute. Auf der neuen Ausstellungsfläche präsentiert das Museum künftig Schlüsselwerke und Werkgruppen der Sammlung Ströher, einer der umfangreichsten privaten Sammlungen deutscher Nachkriegskunst. Sie umfasst mit über 1500 Werken zentrale Positionen der Kunstentwicklung in Deutschland, von der unmittelbaren Nachkriegszeit bis in die Gegenwart. Die heutigen Bestände gehen auf die 2005 erfolgte Fusion der Sammlung von Sylvia und Ulrich Ströher (Schwerpunkt abstrakte Nachkriegskunst) mit der ehemaligen Sammlung von Hans Grothe (Malerei und Skulptur der 1970er - 1990er Jahre) zurück. Mit der Zusammenführung entstand der Wunsch, diese international wichtige Sammlung in einem adäquaten Haus zu konzentrieren und zu zeigen.

Quelle: RP
 
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