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Duisburg
Nach dem "Lanuv" geht es sofort weiter

Nach dem "Lanuv" geht es sofort weiter
Noch gibt es von dem neuen Gebäude auf dem Gelände des "Quartier 1" nur eine Computeranimation. Doch noch im Frühjahr will Aurelis die Unterlagen für die Baugenehmigung einreichen. FOTO: Aurelis
Duisburg. Aurelis bereitet zur Zeit die Planungsunterlagen für den Bauantrag für das Büro- und Laborgebäude des Landesumweltamtes vor. Sicher ist, dass die dort Beschäftigten ihre Autos in einem eigenen Parkhaus abstellen können. Von Hildegard Chudobba

In den nächsten acht bis zehn Wochen will der Projektentwickler Aurelis die Unterlagen für den Bauantrag der neuen LANUV-Zentrale am Hauptbahnhof einreichen. Das Landesamt für Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz (LANUV) zieht bekanntlich von Düsseldorf in unsere Stadt um und wird neben einem Bürogebäude auch eines für seine Labore bekommen.

In den Neubauten im so genannten "Quartier 1" werden rund 400 Mitarbeiter tätig sein. Weil ein Großteil von ihnen vermutlich mit dem Auto zum neuen Arbeitsplatz kommen wird, lässt Aurelis auf dem gleichen Gelände ein (nicht öffentlich genutztes) Parkhaus mit 300 Stellplätzen bauen. Das Unternehmen bereitet sich damit schon auf die Zeit vor, wenn neben der LANUV-Zentrale weitere (Büro-)Immobilien stehen werden.

"Wenn wir grünes Licht für den Hochbau für das Landesamt haben, werden wir uns der weiteren Entwicklung der Fläche zuwenden", sagt Olaf Geist, Leiter der Aurelis Region West, der für die Projekte des Immobilienunternehmens in Nordrhein-Westfalen verantwortlich zeichnet. Rund 67 Millionen Euro wird zunächst Aurelis für das Landesamt investieren. Hinzu kommt eine weitere Million für den Straßenendausbau im Quartier 1.

Die Straßennamen werden bekanntlich an die Partnerstädte von Duisburg erinnern. So wird das LANUV an der Wuhanstraße liegen. Aurelis selbst ist - ohne das Gebäude verlassen zu haben - von der Mercatorstraße zum Zungenbrecher "Portsmouthplatz" umgezogen. An diese neue Adresse müssen sich die Mitarbeiter und Kunden erst noch gewöhnen, zumal die Straßenschilder, die die Stadt hat aufstellen lassen, nicht korrekt sind. Denn dort heißt die Straße "Portsmouth platz" - mit Leertaste wohlgemerkt.

Der Bauantrag fürs LANUV wird im wahrsten Sinne des Wortes ein schwerer sein. "Für ein reines Bürogebäude in Köln haben wir 32 Aktenordner mit Unterlagen eingereicht. Weil beim LANUV ein Laborgebäude dazu kommt, werden es wohl deutlich mehr sein", sagt Geist. Er hofft darauf, dass die Baugenehmigung bis zum Herbst vorliegt. "Sechs Monate ist eine übliche Bearbeitungszeit", sagt er. Wenn in einem guten halben Jahr mit den Arbeiten begonnen werden kann, könnte das Landesamt spätestens im Oktober 2018 in Duisburg Einweihung feiern. Aurelis hat in Duisburg schon einige Projekte in Gang gesetzt und realisiert. So ist das Unternehmen derzeit aktiv in der Entwicklung einer Gewerbefläche am Wasserturm an der Heerstraße. An der Mülheimer Straße wurde ein Bestandsobjekt für den Logistiker Schenker umgebaut. Auch der eigene Firmensitz im Südflügel des Bahnhofs wurde aufwändig renoviert und ist inzwischen voll vermietet. Die Straße vor dem Haus ließ Aurelis auf eigene Kosten herrichten.

In der Anfangszeit hatte sich das Unternehmen vor allem die Schaffung des Planungsrechts für Grundstücke, die die Deutsche Bahn als nicht mehr betriebsnotwendig bezeichnet hatte und einer weiteren Nutzung zuführen wollte, auf die Fahne geschrieben. Zu diesen Grundstücken gehörte beispielsweise das für die "Duisburger Freiheit". Einen Teil hat bekanntlich der Möbel-Mogul Krieger gekauft. Wann und ob er überhaupt dort jemals ein Höffner-Geschäft sowie Büro-, Wohn- und Geschäftshäuser errichten wird, steht in den Sternen. Und die stehen für Duisburg derzeit nicht gut. Als wahrscheinlicher gilt, dass Kurt Krieger vorerst dort nicht groß investiert.

Aurelis ist heute in zwei Geschäftsbereichen aktiv: Im Asset Management betreuen und optimieren die Mitarbeiter den Immobilienbestand und vermieten Flächen und Objekte an gewerbliche Nutzer. Im Bereich Land- und Hochbauentwicklung entwickelt Aurelis unbebaute oder ungenutzte Flächen zu Bauland - mit dem Ziel, anschließend baureife Grundstücke zu veräußern. "Bei gesicherter Nachfrage vollenden wir den Wertschöpfungsprozess und realisieren auch eigene Hochbauprojekte", formuliert es Olaf Geist.

Wie es auf dem Gelände des Quartier auf Sicht weitergeht, da legt sich der Leiter der Aurelis Region West noch nicht fest. "Zum gegebenen Zeitpunkt werden wir Architekten bitten, uns Gestaltungsvorschläge vorzulegen. Damit gehen wir dann in die Vermarktung." Dass es schwer werden könnte, Nutzer zu finden, glaubt er nicht. Die exponierte Lage direkt am Hauptbahnhof und oberhalb der Autobahn A 59 sei schon reizvoll.

Das gilt vor allem dann, wenn die Stadt zügig mit der Gestaltung der Bahnhofsplatte beginnt und die Mercatorstraße ausbaut. Die Pla nungen der Stadt sehen immerhin vor, dass der neue Fernbusbahnhof bis 2018 stehen soll. Bis dahin wird auch das Steigenberger-Hotel fertig sein, das gerade aus der Baugrube am Bahnhof wächst.

Und wer weiß, vielleicht hat die Stadt bis dahin auch neue Straßenschilder für den "Portsmouthplatz" aufgehängt...

Quelle: RP
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