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Duisburg
Nach der Abwahl drehte sich das Personalkarussell

Duisburg. Mit der Loveparade Katastrophe ging das Ende für eine ganze Reihe von Verantwortlichen der Stadt und ihrer Töchter einher. Allen voran Oberbürgermeister Adolf Sauerland. Mit SPD-Unterstützung gelang es einer Bürgerinitiative scheinbar mühelos, mehr als 70 000 gültige Stimmen einzusammeln, um den Weg für seine Abwahl frei machen. Bei dieser Wahl im Februar 2011 machten rund 129 000 ihr Kreuzchen dafür, dass Sauerland gehen soll. Die Wahlbeteiligung lag bei 40 Prozent. Der Ex-OB hat sich aus der Öffentlichkeit völlig zurückgezogen und tritt allenfalls noch bei parteiinternen Veranstaltungen auf.

Dem abgewählten Oberbürgermeister folgten in der Zeit danach etliche Spitzenkräfte, die im Ruf standen, loyal mit Sauerland zusammengearbeitet zu haben oder die zu seinen Vertrauten gehörten: Kulturdezernent Karl Janssen bekam die Rote Karte; Stadtwerkechef Dr. Hermann Janning geriet unter Dauerbeschuss und ging; Lehmbruck-Direktor Prof. Raimund Stecker musste einpacken; der Vertrag von Rechtsdezernent Wolfgang Rabe wurde nicht verlängert; Stadtdirektor Peter Greulich von den Grünen, die zu diesem Zeitpunkt mit der SPD und den Linken zusammen ein neues Ratsbündnis geschmiedet hatten, wechselte zu den Wirtschaftsbetrieben; Leiter von städtischen Unternehmen und Ämtern, die Sauerland nahe gestanden hatten, räumten (meist unfreiwillig) das Feld.

Und die Grünen schickten schließlich auch noch ihre bisherige Fraktionsspitze Kantel/Janicki in die Wüste, weil beide einen guten Draht zur CDU und zu dem abgewählten Oberbürgermeister hatten.

(hch)
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