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Nach Nepal abgeschobene Familie
Bivsi und ihre Eltern dürfen zurück nach Duisburg

Nach Nepal abgeschoben: Bivsi und ihre Eltern dürfen zurück nach Duisburg
Die 15-jährige Bivsi. FOTO: rana
Duisburg. Fast zwei Monate nach ihrer Abschiebung nach Nepal dürfen die 15 Jahre alte Bivsi und ihre Eltern nach Duisburg zurückkehren. Das bestätigte nun die Stadt. Von Tim Harpers und Verena Kensbock

Am Morgen des 29. Mai wurde Bivsi vor den Augen ihrer Mitschüler von Beamten der Ausländerbehörde von der Schule abgeholt. Gemeinsam mit ihren Eltern wurde die Gymnasiastin noch am selben Abend in ein Flugzeug gesetzt und nach Nepal abgeschoben.

Nachdem das Auswärtige Amt die Visaanträge für Bivsi und ihre Eltern genehmigt hat, wurden diese umgehend durch die Stadt Duisburg bearbeitet, heißt es in der Pressemitteilung der Stadt. Die Rückkehr von Bivsi - in Begleitung ihrer Eltern - erfolge nun über ein "Schüleraustausch-Visum". Im Anschluss könne Bivsi für ein Studium oder eine Ausbildung dann einen Folgeantrag stellen. Somit ist der Weg zurück nach Duisburg für die Familie frei.

"Die Familie ist überglücklich"

Felix Banaszak, Sprecher der Duisburger Grünen, hatte die Familie in Nepal besucht und ihnen beim Ausfüllen der Visaanträge geholfen. Er hat am Dienstagmittag nach der Entscheidung mit Bivsi und ihren Eltern gesprochen. "Ich hatte den Eindruck, dass eine große Last von ihnen abgefallen ist. Die Familie ist überglücklich", sagte Banaszak unserer Redaktion.

"In der nächsten Zeit geht es um die Abklärung der Rückreise-Modalitäten." Wann genau Bivsi und ihre Familie zurück nach Duisburg kommen, ist noch unklar. Laut Banaszak solle es so schnell wie möglich gehen, die Familie wolle sich aber noch von Verwandten in Nepal verabschieden.

"Engagement hat mich beeindruckt"

"Wir sind glücklich und freuen uns, dass die deutsche Botschaft heute der Familie mitgeteilt hat, dass sie wieder einreisen kann", sagte Landtags-Abgeordnete Sigrid Beer. "Wir bedanken uns sehr bei den Unterstützern der Familie in der Eltern- und Schülerschaft, die sich mit der Abschiebung nicht abgefunden haben."

Mitschüler, Eltern, Duisburger und Menschen aus der Region hatten sich dafür eingesetzt, dass die 15-Jährige zurück nach Duisburg kommen darf. "Es ist gut, dass der Petitionsausschuss den entscheidenden Anstoß gegeben hat und sich das Schicksal von Bivsi und ihrer Familie zum Guten wenden konnte", führte Beer fort.

Auch Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link sei ein Stein vom Herzen gefallen: "Zunächst einmal freue ich mich, dass Bivsi und ihre Eltern nach Duisburg zurückkehren können. Viele Menschen haben sich dafür stark gemacht und vor allem das Engagement von Bivsis Mitschülern hat mich sehr beeindruckt."

Abschiebung war rechtmäßig 

Link weist jedoch auch darauf hin, dass die Abschiebung bei der derzeitigen Rechtslage rechtsmäßig war. "Das kann nicht richtig sein. Für die Zukunft muss der Bund endlich Gesetze schaffen, die Kommunen nicht dazu zwingen, Familien wie die von Bivsi abzuschieben", äußerte sich Link.

Was Bivsi und ihre Eltern durchmachen mussten, könne nicht im Sinne eines Rechtsstaates sein. "Wir brauchen ein Einwanderungsgesetz und schnellere Asylverfahren - sonst wird es irgendwo in Deutschland vielleicht schon morgen einen anderen Fall Bivsi geben - und nicht immer gibt es ein Happy End."

 
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