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Duisburg
Nächste Anti-Israel Demo

Nahost-Krieg: Tausende gehen in Duisburg auf die Straße
Nahost-Krieg: Tausende gehen in Duisburg auf die Straße FOTO: ddp
Duisburg. Am Samstag werden erneut Demonstranten Duisburg zum Podium ihrer Proteste gegen Israel machen. Nach den Ereignissen des vergangenen Samstags droht dann ein ganz heißer Tag. Von Hildegard Chudobba

Die Diskussionen über das Vorgehen der Duisburger Polizei bei der Demonstration am vergangenen Samstag werden immer heftiger, da kommt die Nachricht, das in drei Tagen erneut gegen dass israelische Vorgehen im Gazastreifen protestiert werden soll. Anmelder für die Veranstaltung am kommenden Samstag sollen radikal-islamische Gruppen sein, die sich bereits in der Auseinandersetzung um die Veröffentlichung der moslemischen Karikaturen vor gut zwei Jahren hervorgetan haben. Einzelheiten waren allerdings gestern nicht zu erfahren.

"Cebin rauswerfen"

"In der Bundesrepublik ist der falsche Eindruck von einem antisemitisch eingestimmten Duisburg entstanden", sagte gestern Rainer Wendt, Vorsitzender der Polizeigewerkschaft DPoLG unter dem Eindruck des vergangenen Samstags. Erneut habe sich Duisburgs Polizeipräsident Rolf Cebin als der unfähigste in Deutschlands erwiesen. "Ich fordere den Innenminister auf, Rolf Cebin rauszuwerfen". In Deutschland müsse jeder zu jeder Tages- und Nachtzeit das Recht haben, eine Israelfahne aus dem Fenster zu hängen. Er könne, so Wendt, das Vorgehen seiner Kollegen nachvollziehen, die in einer brenzligen Situation ganz schnell hätten entscheiden müssen. Ihnen dürfe man keinen Vorwurf machen, dass letztlich falsch gehandelt worden sei.

Zu einer ähnlichen Einschätzung kommt auch Jürgen C. Brandt. Der OB-Kandidat der SPD war Richter und wertete gestern auch aus juristischer Sicht das Vorgehen der Polizei, die von einem Balkon eines Hauses am Demonstrationsweg zwei Israelfahnen herunterholte und dazu die Wohnungstüre gewaltsam öffnete. "Die Polizei hat falsch entschieden", sagt er. Ungeachtet dessen, dass versucht worden sei, eine Eskalation zu verhindern und ungeachtet der Tatsache, dass die Polizisten sehr schnell reagieren mussten. Wie berichtet sollen aus dem Protestzug Steine und Schneebälle in Richtung des Balkons geworfen worden sein. Als die Polizisten die Fahnen abnahmen, antworteten die Demonstranten mit Beifall und lautem Johlen.

Petra Vogt, CDU-Ratsfraktionsvorsitzende, hat kein Verständnis für das, was sich am Samstag in der Innenstadt abspielte. "Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass Konflikte, die sich irgendwo in der Welt abspielen, nicht hier mit solchen Demonstrationen kommentiert werden sollten." Wenn aber doch, "dann ist es zwingend erforderlich, dass dies in geordneter Weise geschieht." Gegen das Zeigen einer Israelfahne sei genau so wenig einzuwenden wie gegen das Tragen eines Palästinensertuches.

Zur bevorstehenden Demonstration am kommenden Samstag ist bislang lediglich bekannt, dass es offenbar keine juristische Handhabe gibt, sie zu verhindern. Näheres über die Veranstalter war gestern noch nicht bekannt. Allerdings sollen bei der Polizei bereits die Alarmglocken schrillen.

Quelle: RP
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