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Duisburg
Naschgarten auf dem heimischen Balkon

Duisburg: Naschgarten auf dem heimischen Balkon
Andreas Schwarzmayr ist Fachberater für Kräuter und Gemüse im Gartencenter Schlößer an der Römerstraße in Schwafheim. FOTO: Christoph Reichwein
Duisburg. Immer mehr Menschen finden Gefallen daran, sich selbst zu versorgen - zumindest teilweise. Auch wer nur eine Stadtwohnung mit kleinem Balkon hat, kann Gemüse und Kräuter anpflanzen. Ein Experte verrät, was zu beachten ist. Von Sandra Kaiser

Tomate, Gurke, Paprika, Jalapeño, Zucchini, Radieschen, Minikürbis, Stangenbohne, Pflücksalat, Wilde Rauke - die Liste könnte beliebig weitergeführt werden. Die riesige Auswahl der hiesigen Gartencenter zeigt: Gemüse- und Salatanbau ist immer mehr im Kommen. Und auch in der Kräuterecke gibt es alles, was das Herz begehrt: Basilikum, Oregano, Schnittlauch, Petersilie, Thymian, Rosmarin, Salbei, Dill, Kerbel, Koriander, Estragon, Zitronenmelisse, Liebstöckel, Majoran, Pfefferminze und noch viel mehr.

In einem großen Garten ist das alles kein Problem. Doch auch wer nur in einer Stadtwohnung mit kleinem Balkon wohnt, muss nicht in die Röhre gucken. Kräuter gedeihen auf dem Balkon genauso gut. Und viele Gemüsesorten gibt es auch in Varianten, die nicht so groß und ausladend werden, also bestens geeignet sind für den Balkonkasten, die Hängeampel oder den ganz normalen Blumentopf. Balkontomaten etwa werden nur bis zu 60 Zentimeter hoch. Und auch Mini-Schlangengurken passen in jeden Topf. Was beim Gemüse- und Kräuteranbau auf dem Balkon zu beachten ist, verrät Andreas Schwarzmayr, Fachberater für Kräuter und Gemüse im Gartencenter Schlößer.

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Zunächst, sagt er, müssen die Grundvoraussetzungen stimmen. "Man sollte unbedingt darauf achten, dass in den Kästen und Töpfen keine Staunässe entsteht. Das mögen die Pflanzen gar nicht", so der Experte. Ganz wichtig sei es, dass die Töpfe und Kästen Löcher im Boden haben. Diese dann einfach mit einer Tonscherbe abdecken, zwei bis drei Zentimeter Blähton draufschütten und ein Stück Vlies auflegen - fertig ist die Drainage. Obendrauf kommt dann die Erde. "Wichtig ist hier, dass man keine normale Blumenerde, sondern Kräuter- und Gemüseerde beziehungsweise spezielle Tomatenerde kauft", so Schwarzmayr. Denn hier seien die Anteile von Stickstoff, Phosphor und Kalium optimal abgemischt.

Beim Einsetzen der Kräuter und Gemüsepflanzen ist zu beachten, dass sie nicht zu eng beieinander stehen. "Unbedingt für auseichend Abstand sorgen, so dass praktisch jeweils noch eine Pflanze dazwischenpassen würde", so Schwarzmayr. Vor allem Minze neige dazu, zu wuchern. Und auch Gemüsepflanzen, sind sie im Laden noch so klein, sollten nicht unterschätzt werden. "Sie wachsen noch um einiges, auch die Mini-Varianten für den Balkon", so der Fachmann. Und natürlich nimmt auch das Gemüse selbst noch einmal viel Platz ein, besonders Gurken und Zucchini.

So fühlen sich Kräuter richtig wohl FOTO: dpa, may

Was den Standort angeht, gibt es folgende Faustregel: Die meisten Kräuter und Gemüsesorten mögen und brauchen Sonne. "Wenn sie zu wenig abbekommen, gehen sie zwar nicht kaputt, aber das Aroma ist nicht so ausgeprägt", so Schwarzmayr. Nur Waldmeister und Bärlauch seien eher Schattenkräuter, Minze komme sowohl in der Sonne als auch im Schatten zurecht. Der Fachmann rät außerdem dazu, darauf zu achten, dass Pflanzen mit dünnen Blättern geschützt stehen, etwa unter einem Vordach, so dass der Regen nicht draufklatschen und die Blätter zerstören kann.

Generell brauchen Kräuter und Gemüsepflanzen viel Wasser. "Auch hier gibt es eine Faustregel", so Schwarzmayr: "Pflanzen mit festen Blättern brauchen weniger, solche mit weichen Blättern mehr Wasser."

Gerade bei Kräutern ist es wichtig, sie richtig zu ernten. Kresse und Kerbel etwa können komplett abgeerntet werden, da sie nicht mehr nachwachsen. Bei Schnittlauch, Petersilie, Dill und auch Pflücksalat dagegen sollte man sich portionsweise bedienen und ihnen Zeit zum Nachwachsen geben. Geerntet wird am besten mit einer Schere oder einem scharfen Messer. Schwarzmayr rät dazu, nicht bei Regen und auch nicht bei starker Sonneneinstrahlung zu ernten. "Und am besten ist es kurz vor der Blüte. Dann ist das Aroma am stärksten."

Quelle: RP
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