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Thema Ungelsheim
Neubürger schätzen Preise und Lage

Thema Ungelsheim: Neubürger schätzen Preise und Lage
Für Familien mit Kindern ist Ungelsheim eine gute Wahl, finden die Nachbarn. Von links: Anita Seeliger mit Tim, Andreas und Marika Roski mit Kateriina, Carmen und Giuseppe Centonze, Nadja Wacker mit Eva, Jana Koopmann-Kielbassa mit Tom. FOTO: Duisburg
Duisburg. In Ungelsheim sind Eigenheime preiswerter als in Düsseldorf, und die Landeshauptstadt ist nah. Zugezogene loben am Stadtteil die Infrastruktur. Mehr Geschäfte wünschen sie sich aber schon. Von Martin Ahlers

Ungelsheim Um die Mitte des vergangenen Jahrzehnts traf die Rheinwohnungsbau die Entscheidung, die alten Häuser Am grünen Hang abzureißen. An ihrer Stelle errichtete ab 2009 die Aachener Siedlungs- und Wohnungsgesellschaft schmucke Reihenhäuser, die schnell Abnehmer fanden. Die Neu-Ungelsheimer, aus denen schnell eine funktionierende Nachbarschaft geworden ist, berichten über die Gründe, im Ortsteil heimisch zu werden.

Im Oktober 2012 sind Marika und Andreas Koski mit Tochter Kateriina in ihr Haus gezogen. In Angermund haben die Finnin und der Düsseldorfer zuvor gelebt. "Wir suchten ein bezahlbares Haus", sagt er. Die Lage, die Nähe zum Flughafen und zu Düsseldorf, wo beide arbeiten, haben sie überzeugt. "Schule, Kindergärten, alles in der Nähe", lobt Marika Koski, die zuvor schon im XXL Badminton spielte und Ungelsheim daher kannte.

Noch bleibt aber eine alte Gewohnheit. "Wenn jemand fragt, wo ich wohne, sag' ich immer noch: Düsseldorf", schmunzelt sie. Kein Thema für Jana Koopmann-Kielbassa, die aus dem niedersächsischen Nordheim stammt, und ihren Mann Christian, einen Essener. In Einbrungen lebten sie seit 2007 zur Miete. "Wir wollten nicht mehr so viel Geld zum Fenster rauswerfen, aber auch unseren Lebensmittelpunkt nicht weit verlegen", sagt sie. Für Christian Koopmann erfüllt sich seit März 2012 der Traum vom Haus mit Garten für Sohn Tom. "In Düsseldorf kostet das gleiche Haus ab 500 000 Euro aufwärts", sagt Jana Koopmann-Kielbassa. Ungelsheim, das passte, sagt sie: "Wir haben schon im Landhaus Milser unsere Hochzeit gefeiert."

Vieles gebe es "vor der Haustür", sagen Nadja und Juri Wacker, beide kamen Anfang der 1990er Jahre aus Kasachstan nach Dortmund, studierten dann in Münster. Heute arbeitet sie in Düsseldorf, er in Krefeld. "Da bot sich der Süden an", sagt sie. Der Weg zur Arbeit ist überschaubar, Kindergarten und Schule für die Töchter (drei und sechs Jahre alt) in der Nähe. "Wir wohnten vorher in Rahm zur Miete, haben uns dann auch in Mülheim umgesehen. Aber hier ist die Infrastruktur wesentlich besser", findet Nadja Wacker.

Italienisches Flair bringen Carmen und Antonio Centonze mit Sohn Guiseppe in die kleine Siedlung. "Wir haben 18 Jahre in Hochfeld gelebt, das wollte ich nicht mehr", sagt Carmen. Das Wunschziel Duisburger Süden habe die Erwartungen erfüllt. "Es ist eine tolle Nachbarschaft, wir helfen uns alle gegenseitig." Und Ungelsheim. "Ich kenn' es immer noch nicht richtig", sagt Carmen Centonze, "aber es ist hier schön ruhig." Zu den ersten Neubürgern am Grünen Hang gehörten Anita und Thomas Seeliger. Das Paar mit Sohn Tim suchte von Neudorf aus ein Haus mit Garten. In Serm, im Angerbogen, auch in Großenbaum sahen sie sich Häuser an, die Wahl fiel auf Ungelsheim. "Eine gute Kombination von Vorteilen", gab den Ausschlag, sagt Anita Seeliger, "dass es der älteste Ortsteil in Duisburg ist, hat uns nicht abgeschreckt."

Nun sieht sich das Paar bestätigt: "Hier sind viele Kinder, Familien mit ähnlichen Lebensmodellen. Das ist sehr schön." Ein Zufall, das Mariella und Senad Ismanovski mit Tochter Beara (vier) aus Düsseldorf-Gerresheim nach Ungelsheim fanden. "Mein Schwiegervater hat's entdeckt", berichtet sie, "wir wollten es ein wenig ländlich."

Überzeugend auch der Preis: "Mein Schwager hat für ein ähnliches Haus in Wittlaer 550 000 Euro gezahlt." Noch ein Vorteil: Die Fahrtzeit zum Job im Düsseldorfer Zentrum blieb gleich. Und Ungelsheim? "Wohin sind wir bloß gezogen, hab ich am Anfang gedacht", sagt Mariella Ismanovski. Das habe sich geändert. "Hier dürften einige Geschäfte mehr sein, aber die Nachbarschaft ist toll, und ich bin hier super glücklich."

Quelle: RP
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