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Duisburg
Neudorf: ein Stadtteil im Wasser

Starkregen in Duisburg sorgt für Überflutungen
Starkregen in Duisburg sorgt für Überflutungen FOTO: Christoph Reichwein
Duisburg. Das Gewitter tobte gestern Nachmittag vor allem über Wanheimerort und Neudorf. Auf der Kaufstraße schlug ein Blitz in den Kindergarten ein. Zum Glück blieb es dort wie überall beim Sachschaden. Von Hildegard Chudobba und Peter Klucken (Text), Andreas Probst und Christoph Reichwein (Fotos)

Untergangsstimmung gestern Nachmittag in Duisburg: Kurz vor 15 Uhr wurde es über der Innenstadt zappenduster, zog ein Gewitter auf, das die Stadt fast zwei Stunden lang im Griff hielt. Die Folgen waren vor allem vollgelaufene Keller, Seenlandschaften auf stark befahrenen Durchgangsstraßen, eine verstopfte Stadtautobahn in Richtung Norden und leere Fußgängerzonen und Bürgersteige. Besonders betroffen waren die Stadtteile Neudorf und Wanheimerort.

"Der Tunnel ist voll gelaufen", vermeldete gegen 17 Uhr RP-Fotograf Reichwein, der versuchte, über die Karl-Lehr-Straße in Richtung Neudorf zu kommen. Da war er allerdings noch nicht am Grunewald gewesen. Wie eigentlich bei jedem starken Regen, so stand auch gestern diese Bahnunterführung in Höhe des Abzweigs zum Kalkweg besonders hoch unter Wasser.

Land unter: Im Tunnel am Grunewald steckten zwei Autos tief im Wasser fest, während Fußgänger trotz hochgekrempelter Hosenbeine nass wurden. FOTO: Andreas Probst

Zwei Personenwagen steckten bis zur Motorhaube darin fest. Und Fußgängern reichte das Wasser bis übers Knie. Auf der Koloniestraße hätten die Staatsanwälte Schwimmübungen vor der Haustüre machen können, so groß war der Regenwassersee vor ihrem Gebäude. Auf der Stadtautobahn in Richtung Norden stand der Verkehr mehr, als dass er floss. Denn der Starkregen bremste die Autos aus, die auch dort durch die eine oder andere größere Pfütze mussten.

"Seit 15.20 Uhr tobt ein Gewitter mit Starkregen über dem Duisburger Süden und der Stadtmitte. Zahlreiche Keller, Plätze und Unterführungen sind voll Wasser gelaufen. Die Feuerwehr Duisburg ist zu circa 100 Einsatzstellen alarmiert", teilte die Berufswehr mit, während es draußen noch in Strömen regnete. Und auch, dass für die Freiwillige Feuerwehr Duisburg Vollalarm ausgelöst worden sei. "200 Einsatzkräfte aus 13 Löschzügen arbeiten die Einsätze gemeinsam mit Kräften der Berufsfeuerwehr ab", so die Berufsfeuerwehr. Das Technische Hilfswerk unterstütze mit 20 Einsatzkräften.

An der Karl-Lehr-Straße schoss das Wasser aus den Gullys nach oben, und auf der Koloniestraße bahnten sich die Autos ihren Weg durch tiefe Regenwasserseen. FOTO: Andreas Probst

Wie bei Großeinsätzen üblich wurde eine Einsatzleitung im Stabsführungsraum an der Hauptfeuerwache eingerichtet, wo die Einsätze registriert und von wo die Helfer koordiniert eingesetzt wurden. Wegen der Vielzahl der Alarmierungen musste die Feuerwehr dabei Prioritäten setzen. Dort, wo der Schaden besonders groß zu sein schien oder die Überschwemmungen zentrale Gebäude/Plätze/Straßen betrafen, wurde zuerst angepackt. In Wanheimerort schlug der Blitz in den Kindergarten an der Kaufstraße ein. Zum Glück passierte nicht viel. Lediglich einige Steckdosen schmorten, aber es wurde kein Kind und kein Erwachsener getroffen, und ein Brand brach ebenfalls nicht aus.

In dem Stadtteil stand zudem der Tunnel Wacholder Straße unter Wasser, wovon nicht nur die Autofahrer, die dort auf die A 59 auffahren wollten oder von der Stadtautobahn kamen, "nass" erwischte wurden, sondern auch alle anderen Verkehrsteilnehmer und Passanten. Wie immer, wenn der Verkehr nicht fließt, war gestern auch die DVG betroffen. Denn ihre Busse standen mit im Stau.

Quelle: RP
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