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Duisburg
Neue Bahnen: Warten auf Fördermittel

Duisburg: Neue Bahnen: Warten auf Fördermittel
Wie werden die Weichen für die Zukunft der DVG gestellt? Neue Bahnen müssen beschafft werden - das ist alternativlos. FOTO: Michael Neuhaus/DVG
Duisburg. Duisburg ohne U-Bahn - das geht nicht mehr. Gäbe die Stadt sie auf, müsste sie Fördermittel in dreistelliger Millionenhöhe zurückgeben. Was jetzt kommen muss, sind neue Bahnen. Doch das ist schwierig. Von Hildegard Chudobba

Die Hängepartie hält an: Zwar hat die DVG inzwischen einen Teil ihrer defekten Straßenbahnen reparieren und modernisieren lassen. Insgesamt stehen rund 20 Millionen Euro für das Sanierungsprogramm zur Verfügung. Aber nach wie vor ist das örtliche Nahverkehrsunternehmen darauf angewiesen, Busse als Ersatzverkehr einzusetzen. Denn Geld für die dringend benötigten Bahnen hat die zuständige Stadt nicht. Spätestens dann, wenn im U-Bahn- Tunnel ein neues Zugsicherungssystem eingebaut worden ist, kann aber mit den alten Fahrzeugen dort nicht mehr gefahren werden. Während der Düsseldorfer "Schienenpartner" Rheinbahn bereits den Auftrag für die neue Zugsicherung in seinen Tunnelanlagen erteilt hat, will man am Burgplatz versuchen, die Anschaffung mit Hilfe des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) zu realisieren und ist dabei, die entsprechenden Förderanträge zu stellen.

"Der Bau der U-Bahn in der Stadt war ein Fehler", meint Frank Heidenreich, Ratsherr und CDU-Fraktionsvorsitzender im VRR. Doch zurückzublicken, "das bringt nichts." Denn aus dem Tunnel an die Oberfläche zurückkehren, ist nicht finanzierbar. Gäbe die Stadt die U-Bahn auf, müsste sie Fördermittel in dreistelliger Millionenhöhe, die sie für den Bau dereinst bekommen hat, zurückgeben, Sie hat angeblich bis heute keinen Endverwendungsnachweis über die Fördermittel für den U-Bahn-Tunnel eingereicht. Das Datum der Endabrechnung ist aber wichtig, um Rückzahlungsforderungen terminieren zu können.

Heidenreich hält es in der aktuellen Situation für wesentlich sinnvoller, die Signale für den künftigen leistungsfähigen Nahverkehr der Stadt zu stellen. "Und dabei kann der VRR die Stadt unterstützen." Bei ihm habe sich allerdings der Eindruck verstärkt, "dass die Stadtspitze davon nicht genug Gebrauch macht".

Hätte sie bis Ende vorigen Jahres einen entsprechenden Antrag beim Verkehrsverbund gestellt, "hätte er den Ankauf der neuen Bahnen mit 50 Millionen Euro fördern können". Das habe er mehrfach an den entscheidenden Stellen kundgetan. Die Stadt habe darauf verzichtet - möglicherweise, weil sie keine Chance sieht, den immer noch erforderlichen Eingenanteil aufzubringen. 45 neue Straßenbahnen zu kaufen, das kostet etwa 150 Millionen Euro.

Es fehlt allerdings nach wie vor in Duisburg noch ein verbindlicher Ratsbeschluss zur Neuanschaffung von Fahrzeugen, der wiederum daran geknüpft ist, dass hier ein neuer Nahverkehrsplan aufgestellt wird. "Denn nur dann kann man wissen, wie viele Bahnen überhaupt benötigt werden", erklärt Frank Heidenreich.

In einer interfraktionellen Sitzung der VRR-Gremien sei bereits die Frage gestellt worden, warum der Verband überhaupt die Fördermittel für die Zugsicherung nach Duisburg geben wolle. Heidenreich: "Der NRW-Verkehrsminister hat diesen Wunsch. Er hat zugesagt, dass er im Gegenzug zwei geplante Maßnahmen des Verbundes an anderer Stelle übernimmt, um die Kosten zu kompensieren".

Quelle: RP
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