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Duisburg
Neue Räume für Duisburgs Polizisten

Duisburg: Neue Räume für Duisburgs Polizisten
Die Meidericher Polizeiinspektion an der Lohengrinstraße soll nach Möglichkeit geschlossen werden. FOTO: Christoph Reichwein
Duisburg. Heute tagt im Präsidium eine Arbeitsgruppe, die über neue Immobilien und Strukturen in und für die Behörde nachdenkt. Hintergrund ist, dass der vorhandene Platz quantitativ und qualitativ nicht mehr ausreicht. Von Hildegard Chudobba

Im Fall der Duisburger Polizei scheinen sich Wunsch und Wirklichkeit anzunäheren. Die Realität: Einige der von der Polizei genutzten Immobilien im Stadtgebiet sind baulich in einem schlechten, wenn nicht gar katastrophalen Zustand. Der Wunsch: Neubauten.

Heute tagt im Präsidium an der Düsseldorfer Straße erstmals eine Arbeitsgruppe, die ein Konzept entwickelt, das der Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) des Landes bis Ende November vorliegen haben will und das als Grundlage für etwaige Neubauvorhaben dient. Den Anstoß hat offenbar im Sommer der Besuch eines leitenden Mitarbeiters aus dem Innenministerium gegeben. Er soll über den Zustand der Polizei-Immobilien in Duisburg teilweise schier entsetzt gewesen sein.

Im Polizeipräsidium sollen möglichst alles Dezernate mit übergreifenden Aufgaben konzentriert werden. FOTO: Archiv/Reichwein

Hinter der Polizeipräsidentin Dr. Elke Bartels liegt ein weiter Weg. Als sie 2010 hierher kam, drängte sich ihr das Thema schon recht bald auf. "Wir platzten im Präsidium aus allen Nähten", war damals ihr Eindruck und ist es noch heute. Allein die Umstrukturierung bei der Wasserschutzpolizei vor einigen Jahren, die in Teilen ins Präsidium umzog, führte dazu, dass Büroraum fehlte. Es gibt zwar an der Düsseldorfer Straße endlos lange Flure und breite Treppenhäuser - Verkehrsraum nennt Dr. Elke Bartels das - aber es fehlt an Bürofläche. Seit dem Sommer ist ein weiterer Zug der Einsatzhundertschaft nach Duisburg gekommen, der in der Neudorfer Polizeikaserne untergebracht werden musste. Dort allerdings war gleichfalls eigentlich kein Platz mehr frei. Also wurde umgezogen und zusammengerückt. Der Leiter Sonderdienste, dem sowohl dieser vierte Zug unterstellt ist als auch die Hundestaffel und das Polizeigewahrsam, musste aus Platzgründen aus Neudorf - und damit weg von seinen Leuten - in die Innenstadt umziehen.

Nähe ist aber für die Abläufe eigentlich unverzichtbar, vor allem dort, wo eine Abteilung Querschnittsaufgaben hat. Elke Bartels will diese zentralen Abteilungen auch in die "Zentrale" an der Düsseldorfer Straße holen. Das gilt zum Beispiel für den Staatsschutz, der in Hamborn sitzt.

Die heute tagende Gruppe mit dem Namen NEUES DU (gebildet aus den Anfangsbuchstaben von Neubau, Umzug, Erweiterung, Sanierung) wird überlegen, welche Abteilung wo am besten sitzen sollten und welche neuen Strukturen sinnvoll sind. Dabei kann sie berücksichtigen, dass in Neudorf auf dem Gelände der alten Reithalle ein Neubau entstehen wird, dem der zuständige Bau- und Liegenschaftsbetrieb offen gegenüber steht. Sie wird gleichfalls in ihre Überlegungen einbeziehen, dass die Meidericher Polizeiinspektion an der Lohengrinstraße aufgegeben wird. Denn das Gebäude bricht fast über den Polizisten zusammen und lässt sich auch nicht mehr modernisieren. Stattdessen, so überlegt die Polizeipräsidentin, könnte in Ruhrort ein Neubau entstehen oder eine geeignete Immobilie gemietet werden. Von dort aus würden der Bezirk Meiderich sowie Homberg polizeilich betreut. Denn auch die Wache an der Viktoriastraße, in einem ehemaligen Ladenlokal ist, wegen der baulichen Mängel nicht mehr zu halten. Eine neue Inspektion an einem zentralen Ort in Ruhrort, zeitgleich Meiderich schließen, und in Homberg nur noch eine Wache - diese Rechnung würde in Bezug auf die gesetzlich geregelten Einsatz- und Reaktionszeiten aufgehen.

Zur Disposition steht auch die Inspektion Hamborn. Untergebracht in einem denkmalgeschützten, bald 100 Jahre alten Gebäude, lassen sich auch dort nicht mehr die Anforderungen und Vorschriften an die Polizei durch eine Modernisierung umsetzen. "Vor einigen Jahren wurde dort ein Aufzug eingebaut, um das Haus behindertengerecht zu machen. Aber der kann wegen der schiefen Decken und Wände oft gar nicht fahren, weil sich seine Türen verziehen. Das Gebäude kippt uns wegen Bergschäden langsam aber sicher weg", weiß Dr. Elke Bartels. Wenn zentrale Verwaltungsabteilungen (wie der Staatsschutz) allerdings von Hamborn in die Innenstadt umziehen könnten, blieb dort nur noch eine kleine Einheit über, "für die ich gerne neue Räume an einer anderen Stelle hätte".

Wie viel Geld die Umsetzung kosten wird, weiß Bartels nicht. Denn Auftraggeber ist nicht die Polizeipräsidentin, sondern das LZPD (Zentrale Polizeiliche Dienste am Innenhafen), das mit dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb für die Umsetzung sorgen muss. Wäre sie Herrin des Verfahrens, dann wüsste sie vielleicht schon, wann mit dem Neubau in Neudorf und mit den anschließenden weiteren Veränderungen und Umzügen begonnen werden kann. So aber kann sie nur vorsichtig schätzen, "dass wir vielleicht 2020 in der Bauphase sind".

Quelle: RP
 
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