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Duisburg
Neue Traumzeit setzt auf Kontraste

Duisburg. Die dritte Auflage des neu konzipierten Musik-Festivals im Landschaftspark präsentiert 30 Bands auf vier Bühnen. Die Spannweite reicht vom Wüstenrock über fragile Songs bis zum Trash-Funk. Von Peter Klucken

28 Einzelkünstler und Bands sind schon fest gebucht. Bis zu Beginn des Traumzeit-Festivals, das vom 19. bis 21. Juni wie gewohnt im Landschaftspark Duisburg-Nord stattfindet, werden wohl noch einige hinzukommen. Das Gerüst der Traumzeit, die zwar noch ihren alten Namen, ansonsten aber ein neues Konzept bekommen hat, steht. Kulturdezernent Thomas Krützberg, Frank Jebavy, Leiter des Festivalbüros und Marcus Kalbitzer als künstlerischer Berater stellten gestern das bislang feststehende Programm vor.

Ganz große, in aller Welt bekannte Namen findet man nicht mehr beim Duisburger Festival. Solche Künstler seien für Duisburg einfach nicht zu bezahlen, sagte Jebavy. Dennoch werden auf vier Bühnen im Landschaftspark Gruppen und Künstler auftreten, die man getrost als Altmeister bezeichnen kann und auch solche, deren Talent bislang erst in deren Heimatländern allgemein bekannt ist. Insgesamt versprechen die Traumzeit-Macher ein "breites Spektrum an kreativem Pop, Singer-Songwritern, Indie-Rock, Elektronik-Sounds und mehr". Für manche Künstler gebe es noch keine Schubladen, hieß es.

Auf einige Auftritte wurde beim Pressegespräch besonders hingewiesen. So zum Beispiel auf das Duo Calexico, das bereits vor sechs Jahren bei einer Duisburger Traumzeit mit großem Erfolg gastierte. Der Name, ein Mix aus Californien und Mexiko, ist zugleich Programm. Die "Wüstenrocker" haben gerade eine neue CD herausgebracht, der ein längerer Aufenthalt in Mexico City vorausging. Eine heitere Musikstunde kann man bei Olli Schulz & Band erwarten. Der Bandgründer ist nicht nur ein famoser Musiker, sondern auch ein Geschichtenerzähler, der "frei von Zynismus" sei, so Jebavy.

Als ganz ungewöhnliche Sängerin und Songwriterin gilt Sophie Hunger, die am Festival-Samstag auftreten wird. Musikalisch sei sie zwischen Folk, Jazz und Rock angesiedelt, habe eine unglaubliche Bühnenpräsenz und eine warm-rauchige Stimme. Nebenbei spielt sie selber noch Piano und Gitarre. Sie schreibt assoziative Texte, die oft von Alltagsbeobachtungen ausgehen. "Käptn Peng & Die Tentakel von Delphi" touren zurzeit von Festival zu Festival. Sie haben sich zum Ziel gesetzt, die "sieben Wortmeere" zu erforschen. Bei ihrem Trash-Funk nutzen sie neben den üblichen Instrumenten wie Gitarre und Kontrabass auch mal Betonmischtrommeln oder Geschirr.

"Bilderbuch" heißt eine junge Band aus Österreich, die man als Mischung aus den Red Hot Chili Peppers und Falco beschreiben könnte. "Das ist ein wirklicher Geheimtipp", sagte Jebavy. Zu lesen ist: "Mit ihrem eigenen Sound zwischen Pop, HipHop, Indie und R&B sind sie die Band der Stunde und kommen passend zu ihrem neuen Release auf große Headlinertour."

Der Titel "Home" wird häufig im Radio gespielt. Dass er vom niederländischen Singer/Songwriter und Multiinstrumentalisten Dotan stammt, ist gar nicht so bekannt. Im Rahmen seiner Tour durch Europa gastiert Dotan am Traumzeit-Sonntag. In den Niederlanden ist Dotan längst ein Star.

Als "Soul-Hoffnungsträgerin mit einem Schuss Pop" wird die Berlinerin Leslie Clio angekündigt. Ihre Songs sollen positiv und spielerisch leicht wirken. Für den "musikexpress" gehört Benjamin Clementine "zu den heißesten Newcomern des Jahres 2015". Der in Paris lebende Brite mit ghanaischen Wurzeln sei ein Poet am Piano. Als Vorbilder nennt er Jimi Hendrix, Luciano Pavarotti und Johann Sebastian Bach. "Der Mann ist zu 100 Festivals eingeladen worden, hat aber nur bei dreien zugesagt, darunter bei uns", verriet Marcus Kalbitzer.

Wie in den vergangenen Jahren gibt es neben den kostenpflichtigen Auftritten auch ein Programm "draußen und umsonst" mit ausgewählten Duisburger Gruppen.

Quelle: RP
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