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Duisburg
Neues Buch mit Erinnerungen an den Bergbau im Revier

Duisburg. "Grubenkind" - das jüngste Buch von Zepp Oberpichler und Jürgen Post. Am Anfang steht ein umgedichtetes Kinderlied. Von Olaf Reifegerste

Bücher über Kohle und Zechen, das Revier und seine Menschen haben Konjunktur. Der Bergbau selbst dagegen nicht (mehr). Vor kurzem (be)förderte der Bottroper Verlag "Henselowsky Boschmann" ein neues Buch diesen Inhalts zutage, das annähernd zeitgleich mit der Schließung der vorvorletzten Zeche im Ruhrgebiet, der Zeche Auguste Victoria in Marl, einherging: "Grubenkind - Porträt der Bergbauzeit im Ruhrgebiet in Bildern und Texten" heißt die 64-seitige Veröffentlichung.

Die Fotos in dem Buch stammen von Jürgen Post aus Hamm ("Von Kindesbeinen an fotoverrückt"), die dazugehörigen Texte schrieb der Musiker, Autor und Geschäftsführer der Duisburger PR-Agentur Durian, Zepp Oberpichler.

Gleich vorweg steht der Text eines von Oberpichler umgedichteten Kinderliedes, um die Erinnerungen an den Bergbau wie eine Art Präambel des Reviers wachzuhalten. Aus "Häschen in der Grube saß und schlief ..." machte er "Kindlein in der Grube malocht sich schief ..." und verschafft so dem Titel des Buches vielfältige Interpretationsmöglichkeiten.

Zepp Oberpichler hatte kein Interesse daran, was Jürgen Post faktisch in seinen Fotos ablichtete. "Mich interessiert", schrieb er in seinem Vorwort, "die Geschichte, die darin stecken könnte." Und weiter: "Mich interessieren die Menschen. Ihre Ziele, Gedanken, Ängste und Wünsche; die Leere im Kopf, das Rauschen im Gewühl, das Hin und Her der Gefühle."

So titelte Oberpichler sein Gedicht zur Fotografie des menschenleeren Lichthofs vom Hammer Bergwerk Ost, wo Post von 1979 bis zu dessen Schließung 2010 beschäftigt war, mit "Palast". Einige Seiten weiter hat er den Schacht Lerche von der obersten Seilumlenkscheibe in die Tiefe hinunterfotografiert, so dass der Blick des Betrachters auf vier Drahtseile gelenkt wird, die entfernt an Lianen erinnern. Oberpichler hat diese Seite, wie die davor, mit "Cheetah" beziehungsweise "Tarzan" getitelt und einen zusammenhängenden Text auf diese und zwei Folgeseiten ("Kuczmirek" und "Andizwei") geschrieben. Zum Bild des Hauptgebäudes vom Hammer Bergwerk schrieb Post als Foto-Anmerkung: "Die graue Farbe soll das Jetzt symbolisieren: Leere, verschlossene Türen, Stille. Die orange Farbe steht für Leistungsbereitschaft und Arbeit unserer Bergleute, für das, was sie für die Region geschaffen haben." Oberpichlers Antwort darauf ist sein Gedicht "Glut". Und dieses schließt mit den Worten: "Im Aschehaufen wärmt noch Glut. Gut!"

Am Mittwoch, 17. Februar, stellt Zepp Oberpichler im Café und Bistro "WinzigSchön" in Duissern auf der Moltkestraße 18 in 47058 Duisburg sein neues Buch "Grubenkind" vor. Der Eintritt beträgt sechs Euro. Anmeldungen und Karten unter Telefon 0171 5304824 oder unter info@winzigschoen.de per E-Mail.

Info: Zepp Oberpichler und Jürgen Post: Grubenkind - Porträt der Bergbauzeit im Ruhrgebiet in Bildern und Texten; Verlag Henselowsky Boschmann, Bücher vonne Ruhr; Bottrop 2015, ISBN 978-3-942094-53-5; Preis 9,90 Euro

Quelle: RP
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