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Loveparade-Katastrophe in Duisburg
Gutachten zeigt neue Mängel bei Planung

Video: Rückblick auf die Loveparade-Katastrophe in Duisburg
Duisburg. Am 8. Dezember beginnt der Prozess um die Katastrophe bei der Loveparade in Duisburg. Das Unglück hätte noch schlimmer enden können. Ein neues Gutachten zeigt, dass nicht einmal halb so viele Menschen kamen, wie geplant.

Nach Angaben des Nachrichtenmagazins "Spiegel", dem das neue Gutachten vorliegt, offenbart die Expertise bislang unbekannte Mängel, lässt aber offen, wer sie zu verantworten hat. 

Angefertigt wurde das Gutachten im Auftrag der Staatsanwaltschaft vom Professor für Straßenverkehrsplanung und -technik, Jürgen Gerlach, von der Bergischen Universität Wuppertal. In seiner 2000 Seiten umfassenden Expertise kommt er zu dem Schluss, dass die Katastrophe deutlich schlimmer hätte enden können, wenn so viele Techno-Fans gekommen wären, wie der Veranstalter geplant hatte. 

Laut "Spiegel" wies Gerlach nach, dass bis zum späten Nachmittag 107.000 bis 118.000 Menschen zum Veranstaltungsort auf dem stillgelegten Güterbahnhof in Duisburg gekommen waren. Der Veranstalter hatte mit mehr als doppelt so vielen Besuchern geplant. Laut des Gutachtens hätten aber maximal 50.000 Menschen die Veranstaltungsfläche ohne die Gefahr von Rückstaus nutzen können.

Bei der Loveparade-Katastrophe im Juli 2010 waren 21 Menschen ums Leben gekommen, mehr als 650 wurden verletzt. Angeklagt sind sechs Mitarbeiter der Stadt Duisburg und vier Mitarbeiter des Veranstalters. Sie müssen sich unter anderem wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung verantworten.

(sef)
 
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