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Neues Gehege
Hoffnung auf Tigerbabys im Duisburger Zoo

Duisburg: Neues Tigergehege im Zoo
Duisburg: Neues Tigergehege im Zoo FOTO: Christoph Reichwein
Duisburg. Mittwoch wurde offiziell das neue Gehege für Sibirische Tiger im Duisburger Zoo eröffnet. Das 2200 Quadratmeter große Freigelände ist einer sibirischen Landschaft nachempfunden. Evonik hat die Anlage mit zwei Millionen Euro finanziert. Von Peter Klucken

Der Duisburger Zoo ist um eine Attraktion reicher. Gestern wurde das neue Gehege für die beiden Sibirischen Tiger offiziell eröffnet. Das Gelände ist mit 2215 Quadratmetern dreimal so groß wie das bisherige. Es besteht aus einem südlichen 1570 Quadratmeter großen Außengehege und einem 645 Quadratmeter großen nördlichen Gelände. Beide Areale können voneinander abgetrennt oder geöffnet werden.

Das neue Gehege ist mit Felsen, Bäumen, einem Wasserlauf und zwei Schwimmteichen sowie mit Büschen und Aussichtspunkten für die Tiger einer sibirischen Landschaft nachempfunden. Die Gehege- und Landschaftsplanung hatte Peter Drecker aus Bottrop übernommen. Er habe, so Drecker gegenüber der RP, die Planung in enger Zusammenarbeit mit den Tierpflegern übernommen. "Die wissen am besten, was Tiger wollen", so Drecker. Dazu gehören beispielsweise Sonnen- und Schattenplätze, Klettermöglichkeiten und Teiche. Im Gegensatz zu Löwen gehen Tiger gerne ins Wasser. Mit zwei Metern Tiefe ist der Teich auch zum Schwimmen geeignet. Durch mehrere große Panoramascheiben können die Besucher die Tiger beobachten. Zusätzlich kann man die Raubkatzen auch von der Galerie eines aufgeständerten Besucherhauses betrachten, das die Besucher auch vor Regen schützt.

Rund ein Jahr hatte der Bau der Anlage gedauert. Fast fertiggestellt ist neben dem neuen Tigergehege das Zoo-Labor als außerschulischer Lernort. Es soll im Sommer eröffnet werden. Dort sollen Kinder und Jugendliche auf spielerische Weise naturkundliches Wissen erwerben. Das Unternehmen Evonik hat das neue Tigergehege mit dem dazugehörigen Labor mit rund zwei Millionen Euro unterstützt. Bei der gestrigen Eröffnung erzählte der Vorstandsvorsitzende von Evonik Industries, Klaus Engel, der aus Duisburg stammt, wie er als kleiner Junge den Duisburger Zoo besucht hatte und dabei auch die Tiger sah, die damals in kaum vergleichbarer Weise untergebracht waren. Zoodirektor Achim Winkler und sein Kölner Kollege Theo Pagel, Präsident des Verbandes der wissenschaftlich geführten Zoologischen Gärten in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist, erinnerten daran, dass es nur noch schätzungsweise 450 Sibirische Tiger in freier Wildbahn gibt. Inzwischen gebe es mehr Sibirische Tiger in Zoos als außerhalb. Pagel, ebenfalls Duisburger, verteidigte nebenbei die Arbeit der Zoos: "Wir tun etwas für den Erhalt der Tierwelt. Wir wissen, was die Tiere brauchen. Wir setzen uns für sie ein. Wir sind die Guten." Die neue Anlage sei ein wichtiger Beitrag zur weltweiten Arterhaltung. Das Gehege gefalle nicht nur den menschlichen Besuchern. Es sei auch sicher und – aus Tigersicht – "verhaltensgerecht" gebaut worden.

Bereits Mittwoch wurde darüber spekuliert, ob Tigerkater El-Roi, der seit 2006 in Duisburg lebt, "Vaterfreuden" entgegensehen kann. Jedenfalls hatten er und die dreijährige Dasha, die am 25. Februar aus München an den Kaiserberg kam, schon den entsprechenden Kontakt. Es könnte also durchaus sein, dass sich bereits im Juni Tigernachwuchs in Duisburg einstellt. Wenn das geschieht, müssen Dasha mit ihrem Nachwuchs und El Roi voneinander getrennt werden, da sonst die Gefahr besteht, dass der Kater die Jungen tötet. Tiger sind Einzelgänger und vertragen sich manchmal nur zeitweise. Deshalb war bei der Eöffnungsfeier auch nur Dasha auf dem Gelände zu sehen. Später wird sich zeigen, ob die beiden Tiger Zweisamkeit auch dauerhaft vertrage können. Gefüttert werden die beiden Tiger mit fünf bis sechs Kilogramm Fleisch täglich. Während Dasha gerne auch mal ein ganzes geschlachtetes Lamm verspeist, rührt der eher "schüchterne" El Roi nur geteilte Fleischstücke an.

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