| 14.07 Uhr

Duibsurg-Neumühl
Brand in Asylbewerberheim wurde wohl gelegt

Duibsurg-Neumühl. Das Feuer in einer Flüchtlingsunterkunft im Duisburger Stadtteil Neumühl wurde gelegt. Zu diesem Schluss kam ein Brandsachverständiger in seinem vorläufigen Gutachten. Von Peter Klucken

Am Donnerstagabend hat es im Keller einer Asylbewerberunterkunft in Neumühl gebrannt. Noch bevor die Feuerwehr eintraf, hatte der hauseigene Sicherheitsdienst die 76 Bewohner des Hauses alarmiert und sie veranlasst, ins Freie zu gehen. Ein Mitarbeiter der Sicherheitsfirma atmete dabei so viel Rauchgas ein, dass er von Notarzt in ein Krankenhaus überwiesen wurde.

Der Brandsachverständige kam am Freitag in seinem vorläufigen Gutachten zu dem Schluss, dass der Brand vorsätzlich, vielleicht auch fahrlässig gelegt worden sein muss. Jedenfalls gibt es keine sonstige Erklärung dafür, wie die im Kellerraum gelagerten Matratzen in Brand geraten konnten.

Allerdings hält die Polizei es nicht für wahrscheinlich, dass der Brand von Tätern mit fremdenfeindlichen Motiven gelegt worden ist. Bislang kann man nur darüber spekulieren, wie der Brand entstanden sei, sagte ein Polizeisprecher am Freitag. Möglicherweise habe eine glimmende Zigarette den Brand verursacht, was eher für Fahrlässigkeit spreche. Möglicherweise seien die Matratzen aber auch mit einer Flamme entzündet worden – von wem auch immer.

In die Kellerräume, die nicht abgeschlossen waren, hätten alle Hausbewohner gelangen können. Üblicherweise kontrolliert der Sicherheitsdienst alle, die die Asylbewerberunterkunft betreten. Ob einer der Hausbewohner selber für den Brand verantwortlich gemacht werden könne, sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu sagen. Die Ermittlungen dauerten an.

Die Asylbewerberunterkunft an der Usedomstraße wurde durch den Matratzenbrand so verraucht, dass die Bewohner anderenorts untergebracht werden mussten. Sie wurden in die Unterkunft an die Frankenstraße gebracht (Schule und Turnhalle).

Dort werden sie wohl noch am Wochenende bleiben müssen. Bei der Stadt geht man davon aus, dass die Unterkunft in der kommenden Woche wieder genutzt werden kann.

Bei dem Einsatz am späten Donnerstagabend waren 38 Kräfte der Berufsfeuerwehr, fünf Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr sowie fünf Mitarbeiter des Rettungsdienstes und ein Notarzt beteiligt.

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