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Duisburg
Nicht ohne Ausweis ins Wahllokal

Duisburg: Nicht ohne Ausweis ins Wahllokal
Viele standen gestern Ministerpräsidentin Hannelore Kraft auf den letzten Metern bis zur Landtagswahl zur Seite - für Ralf Jäger und Sören Link eine Selbstverständlichkeit. FOTO: Andreas Probst
Duisburg. Auch der, der eine Wahlbenachrichtigung mitbringt, darf im Wahllokal gebeten werden, sich auszuweisen. In Duisburg wird ab 20 Uhr mit dem vorläufigen Endergebnis gerechnet. Von Hildegard Chudobba

Diese Anfrage vor einigen Tagen brachte sogar Burkhard Beierdorff zum Lachen: Eine Dame, die bereits per Brief gewählt hatte, wollte wissen, ob sie morgen noch mal ihr Kreuzchen machen kann, weil sie sich vertan hätte. Kann sie nicht, sagt der Leiter des Wahlamtes ganz klar. Einmal gewählt, ist gewählt.

Anderes als diese Frage gibt es aber auch solche, die immer wieder gestellt werden. Zum Beispiel: Was macht man bei plötzlicher Krankheit, wenn man nicht ins Wahllokal gehen kann? Briefwahl ist auch am Sonntag noch möglich, aber nur in ganz besonderen Fällen, und zwar morgen bis 15 Uhr beim Wahlamt, In den Hasen 84 in Homberg. Wer es nicht selber dorthin schafft, kann eine Vertrauensperson beauftragen, die dann aber unbedingt eine schriftliche Vollmacht vorlegen muss.

Der überwiegende Teil der 328.745 Wahlberechtigten (ermittelt aufgrund des Einwohnerverzeichnisses) wird vermutlich morgen ab 8 Uhr ins zuständige Wahllokal gehen. Wo sich das befindet, steht auf der schon vor einigen Wochen zugestellten Wahlbenachrichtigung, die mitgenommen werden sollte (alternativ geht auch der Personalausweis, nach dem übrigens im Wahllokal auch dann gefragt werden kann, selbst wenn man die Benachrichtigung dabei hat). Im Wahllokal wird anhand der Angaben auf der Benachrichtigung ein Datenabgleich vorgenommen, bevor der Stimmzettel ausgehändigt wird.

Wie bekannt, gibt es zwei Stimmen. Mit der einen wählt man den lokalen Direktkandidaten, mit der zweiten die Landespartei. Gültig sind die Stimmzettel auch dann, wenn man nur ein Kreuzchen macht.

Weil die Wahl geheim ist, sind in den Wahllokalen Trennwände aufgestellt, hinter denen jeder auch ungestört den Stimmzettel in Ruhe durchlesen kann, bevor er sich entscheidet. Nur bis 18 Uhr muss er in der Wahlurne sein. Denn dann schließen die Wahllokale ihre Türen. Wer dann beim Auszählen der Stimmen dabei sein will, kann wieder rein gehen. Denn dieses Prozedere ist öffentlich.

Gezählt wird nach bestimmten Kriterien - vorausgesetzt die Wahlhelfer halten sich an das, was sie bei Schulungen erfahren haben. Die Stimmzettel werden zunächst sortiert, zum Beispiel nach: beide Stimmen für eine Partei, eine Stimme für die eine, die zweite für eine andere Partei, nur ein Kreuzchen gemacht, mehr als zwei Kreuzchen (ist dann aber ungültig), gar kein Kreuz (gilt als Enthaltung).

Die Wahlhelfer beginnen danach mit der Auszählung. Das Ergebnis wird verkündet und protokolliert und dann telefonisch an das Amt für Wahlen übermittelt. Alle Stimmzettel und die weiteren Unterlagen kommen in einen Koffer, der beim Wahlamt abgegeben wird. Denn theoretisch könnte es ja passieren, dass noch mal nachgezählt werden muss.

Ebenso wie in anderen Städten kam es in der Vergangenheit auch hier schon mal zu Pannen. Bei der jüngsten Kommunalwahl beispielsweise konnten die Bürger in einem Wahllokal mangels Unterlagen nicht für die Bezirksvertretung abstimmen (dort konnten die Bürger einige Tage später nochmal neu wählen) Ein anderes Mal ging der Wahlvorstand nach Hause, ohne die Ergebnisse zu übermitteln. Doch solche Pannen sind eher selten, so dass mit großer Wahrscheinlichkeit am Sonntag gegen 20 Uhr ein (vorläufiges) Endergebnis bekannt gegeben werden kann. Das übernimmt Stadtkämmerin Prof. Dr. Dörte Diemert, die auch für Wahlen zuständig ist, im Rathaus am Burgplatz. Dort treffen sich ab 18 Uhr geladene Gäste aus Politik und Verwaltung. Parallel zu der Verkündung werden die Zahlen auch ins städtische Internet gestellt, so dass jeder von zu Hause aus auf dem Laufenden bleiben kann.

Wer gestern erst noch Wahlkampf erleben wollte, der war auf dem König-Heinrich-Platz genau richtig. Ab 15 Uhr feierten hier die Sozialdemokraten ihre Spitzenpolitiker und sich selbst. Hannelore Kraft suchte bei strahlendem Sonnenschein das Gespräch mit den Besuchern, die sich vor der Bühne versammelt hatten. Ein paar Hundert dürften es gewesen sein, die ihr und dem SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz Beifall spendeten. Auch Außenminister Gabriel und viele Kabinettskollegen von Kraft waren gekommen. Von ihnen hatte Ralf Jäger die kürzeste Anreise. Der Innenminister begrüßte viele der Anwesenden mit Handschlag oder sogar Küsschen auf die Wange - kein Wunder, kennt er die Duisburger Sozialdemokraten als Parteichef bestens, was übrigens auch für die drei anderen hiesiegen SPD-Landtagskandidaten galt.

Doch ohne ihnen Böses zu wollen: die beste Stimmung verbreiteten nicht sie, sondern zum Abschluss die Kölner Kultband Brings.

Quelle: RP
 
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