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Duisburg
Niemand soll mit Zweifeln alleine bleiben müssen

Duisburg. Seit fünf Jahren: Team "Diagnostik und Hilfe bei Vermutung von sexuellem Missbrauch an Kindern.

Menschen in Duisburg, die die Vermutung haben, Kinder oder Jugendliche sind vielleicht von sexueller Gewalt betroffen, können sich mit ihrem oft unguten Gefühl an das Team "Diagnostik und Hilfe bei Vermutung von sexuellem Missbrauch an Kindern und Jugendlichen" in Duisburg wenden. Es besteht seit nunmehr fünf Jahren. Fünf Mitarbeiterinnen aus den Beratungsstellen von Caritas, Evangelischer Beratungsstelle, Kinderschutzbund und Wildwasser unterstützen und helfen, wenn es um die Klärung geht, ob ein Kind sexuelle Übergriffe erlebt hat oder nicht. "Zu uns kommen Familienangehörige und pädagogische Fachleute aus Schulen, Kitas, Jugendhilfeeinrichtungen und Jugendämtern. Wir beraten in Fällen, wenn die Vermutung eines sexuellen Missbrauchs im Raum steht oder wenn ein Junge oder ein Mädchen Äußerungen gemacht hat, die darauf hindeuten, dass sie sexuelle Gewalt erlebt hat" erklärt Rosa Stork von der Beratungsstelle der Caritas.

In diesen Fällen wird zunächst ein Vorgespräch mit den Hilfesuchenden geführt und anschließend finden Kontakte mit dem Kind statt. "Wir arbeiten spieltherapeutisch mit dem Kind und laden es auf diese Weise ein, von belastenden Erfahrungen zu erzählen, wenn es diese tatsächlich erlebt hat" berichtet Irmgard Borsch aus der Evangelischen Beratungsstelle Duisburg/ Moers. Nicht immer bestätigt sich die Vermutung sexualisierter Gewalt, nicht immer hat tatsächlich sexueller Missbrauch stattgefunden. In diesen Fällen zeigten die Kinder häufig Verhaltensauffälligkeiten auf Grund anderer Belastungen und Nöte. Insgesamt wurden laut Jahresbericht 2017 in allen vier Beratungsstellen 178 Fälle angemeldet, dabei fanden 1032 Kontakte zu Kindern und Jugendlichen statt. Familienangehörige wurden 344 Mal beraten. "Gerade Mütter und Väter fühlen sich häufig mit diesem Thema überfordert und erleben starke Hilflosigkeits- und Schuldgefühle" weiß Yansa Schlitzer aus der Fachberatungsstelle des Kinderschutzbundes. Aber auch professionelle Helferinnen und Helfer nehmen die Angebote des Teams Diagnostik gerne in Anspruch, um bestehende Unsicherheiten im Kontakt mit betroffenen Kindern und Jugendlichen aufzulösen und das weitere Vorgehen zu planen.

Dieses war im letzten Jahr 214 Mal der Fall. "Die Beratung war sehr hilfreich und ich werde gerne immer wieder auf diese Form der Begleitung zurückgreifen" sagt Ina Leyendecker, Schulsozialarbeiterin an einem Duisburger Gymnasium. Die Unterstützung für Fachleute wird vom Team Diagnostik auch auf eine breite Basis gestellt: Es gibt jährlich Fortbildungen für Mitarbeiterinnen in Kitas. Zudem sind für das laufende Jahr Fortbildungen für pädagogische Fachkräfte in der stationären Jugendhilfe geplant.

Weitere Informationen gibt es telefonisch unter: Wildwasser e.V. (0203/343016); Deutscher Kinderschutzbund (0203/735513); Ev. Beratungsstelle (0203/990690); Caritasverband (0203/2865650).

Quelle: RP
 
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