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Noch lange keine Entwarnung

Duisburg. Freuen wir uns nicht zu früh: Auch wenn in der kommenden Woche die A40-Rheinbrücke wieder freigegeben werden sollte, ist das alles andere als eine wirklich gute Nachricht. Denn schon allein das engmaschige Kontrollnetz, das nun über unsere Rheinbrücke gelegt wird, spricht dafür, dass Voll- und Teilsperrungen keineswegs vom Tisch sind. Wirklich besser wird es erst, wenn der Neubau steht. Und bis dahin vergehen nach jetzigem Stand noch rund neun Jahre.

Allein der Rot-Grünen Landesregierung vorzuwerfen, sie habe die Infrastruktur zu sehr vernachlässigt, greift etwas zu kurz. Dass NRW ein sehr großes Brückenproblem hat, war auch schon zu Zeiten von NRW-Ministerpräsident Rüttgers bekannt. Lob gilt dennoch dem neuen Verkehrsminister Hendrik Wüst dafür, dass er sich so zügig eingeschaltet hat. Er ist offensichtlich gewillt, es besser zu machen als seine Vorgänger.

Kritisch hingegen sind die Aktivitäten unserer Stadtspitze zu beurteilen. OB Link stellte gestern quasi im vorauseilenden Gehorsam vor dem Besuch von Wüst bei der IHK einen Forderungskatalog an das Land, weil er zu diesem Zeitpunkt offenbar nicht wusste, was der Verkehrsminister wenig später erläutern wird. Gegenüber dessen Vorgänger Groschek - wie er selbst Sozialdemokrat - hatte er solch scharfe Töne öffentlich nicht angestimmt. Dabei wäre es kein Fehler, wenn Link mal vor der eigenen Türe kehren würde. Denn die Straßenprobleme bei uns sind auch ohne A40-Brückensperrung erheblich. Als Beispiel sei hier nur der Karl-Lehr-Brückenzug genannt, dessen Sanierung längst erledigt sein könnte, wären die Planungen zügiger gelaufen. Oder auch die Autobahn-Rampe am Marientor: Fachleute sagen, dass ihr baulicher Zustand mehr als katastrophal sei.

hildegard.Chudobba@rheinische-post.de

Quelle: RP
 
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