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Duisburg
Noch mehr Mängel: Haus unbewohnbar

Duisburg: Noch mehr Mängel: Haus unbewohnbar
Links ein Stromzähler, rechts gucken nur noch blanke Drähte aus der Wand. Solche und ähnliche Mängel führen häufig dazu, dass die Stadt tätig werden muss. FOTO: Christoph Reichwein
Duisburg. Nach einer Nachkontrolle im Haus Hochfeldstraße 22 ist das Gebäude von der Stadt jetzt für unbewohnbar erklärt worden.

In der vergangenen Woche waren in dem Gebäude erhebliche Mängel festgestellt worden, das Haus blieb aber offen, weil die Mängel theoretisch hätten behoben werden können. Bei der Nachkontrolle zeigte sich nun aber, dass zwar sämtliche Holzverkleidungen von den Wänden und Decken des Treppenraumes entfernt worden waren. Doch darunter wurden neue, erhebliche brandschutztechnische Mängel sichtbar.

In den Decken und Wänden des Treppenraumes befinden sich, so die Fachleute der Stadt, an mehreren Stellen große Öffnungen, durch die im Brandfall Feuer und Rauch ungehindert in die Wand- und Deckenkonstruktion sowie in die Wohnungen eindringen könnten. Im Falle eines Brandes könnte außerdem die Tragkonstruktion der Decken ungehindert in Flammen aufgehen. Bricht ein Feuer aus, droht es das gesamte Gebäude einschließlich des Treppenhauses so sehr zu verräuchern, dass es keinen direkten und sicheren Rettungsweg mehr gibt. Darüber hinaus fehlt für die rückwärtigen Wohnungen ein zweiter Rettungsweg, erbrachte die Kontrolle. Aus Gründen des Brandschutzes wurde daher das Gebäude für unbewohnbar erklärt. Will der Vermieter weiterhin dort Menschen wohnen lassen, muss er umfangreiche Nachbesserungen durchführen.

Das Gebäude in Hochfeld ist eines von mehreren, die aus Brandschutzgründen inzwischen geräumt und verschlossen wurden. Wie folgenreich ein Feuer in einem schlecht gesicherten Haus ist, haben die Retter vor wenigen Monaten in Marxloh erlebt. Dort brannte es in einem Gebäude, aus dem die Bewohner quasi in letzter Sekunde noch in Sicherheit gebracht werden konnten. Die Feuerwehr sprach damals von einem Wunder, dass dort keine Menschenleben zu beklagen waren.

Neben baulichen Unzulänglichkeiten, macht den Sicherheitsleuten, die die so genannten Schrottimmobilien kontrollieren, immer wieder Sorgen, dass die Bewohner sich selbst mit Strom versorgen. Wenn die Stadtwerke den "Saft" abgeklemmt haben - zum Beispiel, weil Rechnungen nicht bezahlt wurden - greifen die Betroffenen manchmal zur Eigeninitiative. Da werden Verteilerkästen auf der Straße "angezapft" oder Kabel wild durchs Haus von einer Wohnung mit Stromanschluss in andere ohne verlegt. Die Stadtwerke berichten von abenteuerlichen Konstruktionen, wenn zum Beispiel einem Sicherungskasten fehlende Kabel zwischen den Kontakten mit Hilfe einer Gabel überbrückt werden. Auch kommt es vor, dass der gesamte Strom einer Wohnung nur über eine einzige Leitung läuft, die sich dann so sehr erhitzt, dass man sich beim Anfassen die Finger verbrennt.

(hch)
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