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Duisburg
Nur jeder fünfte Betrieb bildet aus

Duisburg. Die Arbeitslosigkeit ist im Juni in Duisburg auf 12,4 Prozent gesunken. Allerdings suchen viele junge Leute in unserer Stadt immer noch eine Lehrstelle. Von Hildegard Chudobba

Im Juni waren in unserer Stadt 31.310 Menschen ohne Job und damit fast 300 weniger als im noch im Mai und sogar 664 weniger als im Juni des Vorjahres. Die aktuelle Arbeitslosenquote beträgt 12,4 Prozent, im Mai waren es noch 12,6 Prozent.

Schaut Agenturchefin Astrid Neese auf die Entwicklung des ersten Halbjahres, so kommt sie zu folgendem Ergebnis: "Die Zahlen der Arbeitslosen und Langzeitarbeitslosen sind von Monat zu Monat und auch gegenüber 2016 gesunken. Gerade bei den Langzeitarbeitslosen war die Entwicklung zum letzten Jahr deutlich günstiger." Die sinkenden Arbeitslosenzahlen zeigten, dass der Zuzug von Migranten, insbesondere von geflüchteten Menschen, bei guter arbeitsmarktlicher Entwicklung, steigender Beschäftigung und intensiviertem Einsatz arbeitsmarktpolitischer Leistungen aufgefangen werden kann. "Die Entwicklung bei jüngeren und älteren Arbeitslosen war auch positiv. Das Angebot an Arbeitsstellen liegt auf einem hohen Niveau. Vor der Sommerpause haben die Unternehmen uns noch zahlreiche Aufträge hinterlassen. Eine solide Basis ermögliche eine weiterhin gute Entwicklung. "Die Vermittlung der geflüchteten Menschen, die jetzt aus Qualifizierungen kommen, wird durch das hohe Stellenangebot unterstützt", sagt Neese.

Einen Rückgang verzeichnete die Agentur im Juni bei den über 50-jährigen Arbeitslosen (-0,9 Prozent gegenüber Mai) und bei den jobsuchenden Ausländern (-0,8 Prozent). Von den Flüchtlingen mit Aufenthaltsgenehmigung suchten im Juni hier 4.136 Arbeit, nahezu alle (96 Prozent) beziehen Grundsicherung vom jobcenter.

Bei der Jugendarbeitslosigkeit ist noch Luft drin. Denn mit 2.720 Betroffenen waren Juni etwa genau so viele junge Leute ohne Arbeit wie im Mai. Allerdings waren es im Vergleichsmonat des Vorjahres noch 2926. Seit Oktober 2016 meldeten sich 3.249 Bewerber für eine Berufsausbildungsstelle bei der Agentur für Arbeit Duisburg, 53 oder 1,7 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Von ihnen gelten 2.017 als versorgt, haben also schon eine Ausbildungsstelle oder eine Alternative gefunden. Das seien in dieser Phase des Ausbildungsjahres 155 oder 7,1 Prozent weniger als vor einem Jahr, so die Agentur.

Die Zahl der Berufsausbildungsstellen (2.485), die Wirtschaft und Verwaltung der Agentur für Arbeit Duisburg seit Oktober 2016 gemeldet haben, ist gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken (-0,4 Prozent). Die meisten freien Ausbildungsstellen finden sich aktuell noch in folgenden Berufsbereichen: Verkauf (163 freie Ausbildungsstellen), Verwaltung (76), Gastronomie (71), Büro und Sekretariat (68), Maschinenbau- und Betriebstechnik (66) und Arzt- und Praxishilfe (57).

"Wir haben zum aktuellen Zeitpunkt noch ein großes Angebot an freien Ausbildungsstellen. Auch viele Bewerber um eine Ausbildungsstelle sind noch auf der Suche. Dabei gleichen sich die Berufswünsche der Jugendlichen den gemeldeten Ausbildungsstellen immer mehr an", sagt Astrid Neese. Das seien gute Voraussetzungen, um noch einen Ausbildungsplatz zu erhalten, "insbesondere wenn man sich auch nach alternativen Berufen umsieht. Wir führen in der nächsten Woche für die noch unversorgten Jugendlichen eine Beratungsbörse durch; hier helfen wir, wenn Bewerbungen bisher erfolglos waren, wenn es um weitere Berufswünsche und um Vermittlung auf freie Ausbildungsstellen geht". Arbeitgebern rät sie zur Kompromissbereitschaft. "Unser Unterstützungsangebot ist umfassend und individuell, damit ein Bewerber mit kleinen Schwächen von Ausbildungsbeginn an Förderung erhält." Nur jeder fünfte Betrieb bilde in Duisburg aus. Das sei eine geringere Quote als im Durchschnitt von Nordrhein-Westfalen. "Ich denke hier ist noch Luft nach oben."

Quelle: RP
 
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