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Duisburg
Nur noch eine Kirchenverwaltung

Duisburg: Nur noch eine Kirchenverwaltung
Akten über Akten: Franz-Josef Lemmen wird nach der Fusion die neue Zentralrendantur leiten. FOTO: Armin Fischer
Duisburg. Die katholischen Dekanate Xanten, Moers und Duisburg-West konzentrieren ihre Rendanturen in Xanten. Angst um ihre Stellen müssen die Mitarbeiter der Rendanturen aber nicht haben. Von Heinz Kühnen

Sie arbeiten im Hintergrund. Ohne sie aber wäre die Verwaltung eines so großen "Unternehmens" wie der katholischen Kirche gar nicht möglich: die Rendanten. In früheren Jahren hatte jede kleine Gemeinde einen. Das änderte sich Mitte der 70er Jahre, als die Anforderung immer mehr stiegen. Da bekam dann jedes Dekanat eine Zentralrendantur. Jetzt geht das Bistum Münster noch einen Schritt weiter: "Allein im linksrheinischen Teil des Bistums wird aus drei Verwaltungen noch eine - angesiedelt in Xanten", sagt der Dechant des Dekanats Xanten, Wolfgang Schmitz. Dazu gibt es noch ein kleines Kontaktbüro in Kamp-Lintfort.

Es sei angesichts der zunehmenden Komplexität der Aufgaben eine notwendige Lösung, so Schmitz. Zumal die derzeitige personelle Konstellation eine Fusion ohnehin unumgänglich mache. Sowohl in Kamp-Lintfort, von wo (mit zwei Teams) die Dekanate Moers und Duisburg-West betreut werden, als auch in Xanten gebe es jeweils einen Fachmann für bestimmte Bereiche. "Urlaubsvertretungen sind da noch zu machen", erklärt der Rheinberger Pfarrer Schmitz. "Bei längeren Ausfällen wird es schwierig."

Und das geht nicht: "Wir leisten die Verwaltungsarbeit für die je fünf Gemeinden in Duisburg und Xanten sowie die vier in Moers mit ihren Filialkirchen und über 110 000 Seelen", sagt der Leiter der Zentralrendantur in Xanten, Franz-Josef Lemmen, der auch der fusionierten Verwaltung ab 1. Januar 2016 vorstehen wird. Da geht es um einen Millionen-Euro-Etat.

Zu den Aufgaben gehört zum Beispiel die gesamte Personalverwaltung. Das sind gut 1000 Mitarbeiter. Allein bei den 62 Kindertagesstätten handelt es sich um ein Volumen von gut 30 Millionen Euro im Jahr. Grundstücksfragen, Erbpachtangelegenheiten, Gebäude, Baumaßnahmen: Alle Verträge werden in Rendanturen geregelt. "Da wären die einzelnen Kirchenvorstände längst überfordert", gesteht Schmitz.

Und da geht es eben auch ums Steuerrecht: "Wir verwalten rechtlich die zugewiesene Kirchensteuer", erklärt Lemmen, der im Jahr 2003 aus dem Sparkassenbereich auf den "Chefsessel" in Xanten gekommen war.

Auch dieser Bereich wird jetzt auf neue, rechtlich gesicherte Beine gestellt. Die 14 Kirchengemeinden bilden demnächst steuerrechtlich einen selbstständigen Verband. Das geschieht nicht allein durch Akklamation der 14 Kirchenvorstände. Lemmen dazu: "Nach deren Zustimmung mussten laut Konkordat auch das Bistum und die Bezirksregierung ihre Genehmigung erteilen."

Angst um ihre Stellen müssen die gut zwei Dutzend Mitarbeiter der drei Rendanturen jedenfalls nicht haben, sagt Schmitz: "Wir strukturieren nur um." Heißt: Statt Leitung und stellvertretender Leitung wird es demnächst Lemmen als Leiter und drei Sachgebietsleiter für die Aufgaben Personal, Haushalt/Finanzen und Investitionen/Liegenschaften geben, die in ihren Bereichen Lemmens Stellvertretung übernehmen. Angst vor weiten Wegen oder Entfremdung müssen die Gemeinden auch nicht haben. Das Bistum, so Schmitz, richtet eine Gruppe von Verwaltungsreferenten ein - wenn die Gemeinden - wie bereits in Xanten/Sonsbeck entschieden, es so wollen. Diese Referenten bilden die verwaltungstechnische Schnittstelle zwischen den Kirchenvorständen und der Rendantur. "Mehrkosten entstehen auch da nicht, nur Umschichtungen", sagt Schmitz.

Einen Umzug wird es allerdings geben: Der Raum im Obergeschoss der Pfarrhäuser ist zu klein. Die zentralisierte Zentralrendantur zieht in die alte Propstei und das Haus der ehemaligen Schwestern samt der lange (entweihten) Kapelle gegenüber des Stiftsmuseums.

Quelle: RP
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