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Duisburg
OB-Kandidaten diskutieren im Djäzz

OB-Kandidaten in Duisburg 2017
OB-Kandidaten in Duisburg 2017 FOTO: wfbm/crei
Duisburg. Bei einer Veranstaltung des Vereins "Kultursprung" im vollbesetzten "Djäzz" zur Oberbürgermeister-Wahl am 24. September sprachen die Kandidaten über wichtige kulturpolischen Themen. Von Olaf Reifegerste

Zweieinhalb Stunden diskutierte das mit vier Oberbürgermeister-Kandidaten besetzte Podium zunächst untereinander, später dann mit dem Publikum über Fragen zur Kultur in Duisburg. Veranstalter der Diskussionsrunde im "Djäzz" am Mittwochabend war der Verein "Kultursprung", der unter anderem das "Platzhirsch-Festival" ausrichtet. Von dort kam René Wolf, der die OB-Kandidatenrunde moderierte. Zu dieser gehörten Amtsinhaber Sören Link (SPD), der parteilose CDU-Grünen-Kandidat Gerhard Meyer, Erkan Kocalar (Die Linke) und Thomas Wolters (FDP).

"In Duisburg präsentiert sich allabendlich ein buntes, großstädtisches Kulturleben", heißt es auf der Internet-Homepage der Stadt. Für Wolf eine Steilvorlage, mit dieser Aussage die Kontrahenten zu konfrontieren, ob denn diese für Duisburg wirklich so zutrifft. Link sieht Duisburg vor allem in Sachen Theater, Oper und Ballett "gut aufgestellt". Duisburg sei schließlich das "kulturelle Oberzentrum am Niederrhein". Und mit dem neuen Kulturentwicklungsplan habe man nun ein Instrument an der Hand, das jetzt "mit Leben und Geld zu füllen" sei. Herausforderer Meyer sieht in der Kultur einen "Eckpfeiler der Gesellschaft" und die freie Szene als "Triebfeder" darin. Insofern gehören für ihn Hochkultur und Breitenkultur zusammen.

Auch Kocalar trenne, wie er sagt, "Ober- und Unterkultur" nicht voneinander und würde im Falle seiner OB-Wahl die dezentrale Kulturarbeit und die Interkultur verstärken, um den gesellschaftlichen Integrationsprozess in der Stadt zu verbessern. Der FDP-Kandidat Wolters vertritt im Gegensatz zu seinen OB-Mitbewerbern eine eher kritische Einstellung zum Kulturentwicklungsplan. "Er ist zwar nett zu lesen", sagt er, "doch er müsste viel konkreter sein". Außerdem "prophezeie" er, dass er "in der Schublade der Verwaltung" bleibe.

Das wollte Link nicht auf sich sitzen lassen und bezeichnete den Vorwurf als "unterste Schublade". Auch Meyer distanzierte sich von Wolters und sieht in der Verwaltung das "Herzstück der Stadt". Doch vor dem Hintergrund seiner Wirtschaftslaufbahn und als politischer Quereinsteiger sehe er gewissen Spielraum für "professionellere Strukturen" dort. "Kulturelle Projekte müssten ohnehin eher unbürokratisch angegangen werden", so Meyer.

Die Redebeiträge des Publikums, teils verbunden mit Fragen an die OB-Kandidaten, teils aber auch geprägt von langen Statements, brachten weitere Erörterungen hervor, darunter die Themen "Kreativwirtschaft und Kreativquartiere", "Soziokulturelles Zentrum" und "Erhalt des Djäzz". Bei letzterem Thema würden sich alle stark machen, beziehungsweise will sich Link wie schon 2012 engagieren, ebenso beim Thema "Alte Feuerwache als Soziokulturelles Zentrum".

Quelle: RP
 
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